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Alexa-Mitschnitte : Amazons digitale Handarbeit

Über den Amazon Echo kommunizieren Nutzer mit der Alexa-Software. Bild: AFP

Amazon-Mitarbeiter haben gezielt Sprachbefehle von Nutzern des digitalen Assistenten Alexa angehört und abgetippt. Dafür gibt es gute Gründe – doch die hätte das Unternehmen besser darlegen sollen.

          Wer Alexa hat, ist nie allein. Immer wieder tauchen Meldungen auf, dass der Sprachassistent aus dem Hause Amazon private Mitschnitte von Gesprächen Dritten zugänglich macht. Dass aber Sprachbefehle von Amazon-Mitarbeitern gezielt angehört, abgetippt und bearbeitet werden, wie nun bekannt wurde, ist von einer neuen Qualität und dürfte das Vertrauen der Verbraucher in die Sicherheit solcher Systeme nicht gerade steigern.

          Natürlich kam auch diese Sache nicht durch aktive Aufklärung des Technologiegiganten ans Licht. Dabei hätte Amazon durchaus plausibel darlegen können, warum auch Künstliche Intelligenz noch längst nicht über jeden Zweifel erhaben ist und es weiterhin menschlicher Unterstützung bedarf, Begriffe wie „Taylor Swift“ und „Sängerin“ einander zuzuordnen. Denn der größte Fehler wäre es anzunehmen, dass im Zeitalter der schier unbegrenzten Datensammelei die Analyse schon ein Selbstläufer sei.

          So verfügt etwa die Polizei dank beschlagnahmter Smartphones heute oftmals über Unmengen an Bild- und Tonmaterial. Für deren gerichtsfeste Auswertung ist sie nur leider hoffnungslos unterbesetzt. Daten lassen sich eben immer noch am besten unter Bergen anderer Daten verstecken. Deshalb wird auch im Zeitalter von Big Data und Künstlicher Intelligenz die menschliche Handarbeit auf mittlere Sicht unverzichtbar bleiben – nicht nur für Alexa-Kunden.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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