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Mobilfunkstandard 5G : Die Welt der autonomen Roboter rückt näher

Robotik und neue Autos: Der nächste Mobilfunkstandard ist auch für die Industrie wichtig. Bild: dpa

Häfen, Messegelände oder große Werke: Der nächste Mobilfunkstandard ist gerade auch für die deutsche Industrie essentiell.

          2 Min.

          Die Industrie steht in den Startlöchern. Sie verspricht sich vom Mobilfunkstandard der fünften Generation (kurz 5G genannt) einen erheblichen Produktivitäts- und Effizienzsprung und einen großen Schritt in Richtung Industrie 4.0, also der digitalen Vernetzung in der Produktion.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Autonome Roboter, selbstfahrende Fahrzeugflotten oder sich selbst steuernde Produktionsanlagen funktionieren nur, wenn viele Daten in Echtzeit – also innerhalb einer Millisekunde – übermittelt werden können. Weil nur dann gewährleistet ist, dass Steuerungssignale so schnell beim Empfänger ankommen, dass Unglücke verhindert werden.

          Deshalb haben in einer ersten Stellungnahme die Verbände des Maschinenbaus (VDMA), der Elektroindustrie (ZVEI), der chemischen Industrie (VCI) und der Autoindustrie (VDA) in einer gemeinsamen Erklärung den Abschluss der 5G-Auktion begrüßt. Sie drängen darauf, dass die Bundesnetzagentur jetzt schnellstmöglich die Bedingungen für die lokalen Frequenzen im Bereich von 3,7 bis 3,8 Gigahertz bekanntgibt. Aus den Reihen dieser vier Verbände dürften auch die meisten Anträge zum Betrieb eines lokalen Netzes (Campusnetz) kommen.

          Unternehmen dieser Branchen hatten sich schon vor gut einem Jahr zur Allianz 5G-Acia zusammengeschlossen. Der Allianz, die bei dem Verband der Elektroindustrie ZVEI angesiedelt ist, gehören inzwischen mehr als 50 Großunternehmen aus aller Welt an, darunter Interessenten für ein eigenes lokales Netz (Bosch oder Siemens), aber auch Telekommunikationsunternehmen (Deutsche Telekom oder China Mobile) sowie Zulieferer zu den Netzen (Nokia oder Intel).

          Von der Messe bis zum Hafen

          Daran kann man ablesen, dass sich viele Großunternehmen schon Gedanken über den Aufbau eines lokalen Netzes gemacht haben. Zu den ersten Interessenten gehören aber auch Unternehmen wie der Hamburger Hafen oder die Deutsche Messe.

          Das Messegelände in Hannover soll das erste der Welt sein, das über ein flächendeckendes 5G-Netz verfügt. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Jochen Köckler soll es spätestens in einem Jahr betriebsbereit sein. Die Messe hat auch als eines der wenigen Unternehmen bisher Angaben zur Höhe der Investitionen gemacht. Der Aufbau des Netzes auf dem größten Messegelände der Welt würde 10 bis 15 Millionen Euro kosten.

          Für Marc Ennemann, Leiter des Telekommunikatonsbereichs der Unternehmensberatung KPMG, ist das eine realistische Größenordnung für Großunternehmen. Als erstes braucht man die Genehmigung durch die Bundesnetzagentur. Dann muss man die Infrastruktur aufbauen, also Sende- und Empfangsanlagen. Der Preis dafür liegt bei etwas 200.000 Euro je Sendemast.

          Dann braucht man in der Regel einen Betreiber des Netzes. Nur wenige große Unternehmen werden das selbst können. Hier bieten sich als Betreiber die klassischen Telekommunikationsunternehmen an; die Deutsche Telekom betreibt das Campusnetz für Infineon.

          Aber hier sehen auch andere Unternehmen mit Netzerfahrung neue Geschäftsmodelle. Nach Ansicht von Fachleuten stehen hier Energiekonzerne in den Startlöchern, aber auch die Deutsche Bahn mit ihrer Netzerfahrung oder Unternehmen wie Siemens, die aus den Erfahrungen mit dem eigenen Campusnetz eine Dienstleistung für Dritte entwickeln.

          Zunächst aber wird es jetzt darum gehen, das Netz aufzubauen, in vielen Fällen als Kombination mit einem bestehenden Kabelnetz. Dann geht es um den Anschluss der Geräte. Das ist nicht banal, weil im Falle eines Hafens sowohl die Lagerlogistik als auch die Lastwagen oder Züge Dritter an das 5G-Netz anzuschließen sind.

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