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Nach Geschäft mit Netflix : Die Obamas produzieren jetzt Podcasts für Spotify

Gewinnendes Lachen: Michelle und Barack Obama in Washington Bild: Reuters

Das ehemalige Präsidentenpaar lässt sich seinen Ruhm vergolden. Zuerst die erfolgreiche Biographie von Michelle Obama, dann ein Geschäft mit Netflix. Jetzt wagt sich Familie Obama auf Spotify.

          Der frühere amerikanische Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle sind nach ihrer Zeit im Weißen Haus gut im Geschäft. Nachdem das Paar schon ein lukratives Abkommen für Bücher geschlossen und sich mit dem Videodienst Netflix verbündet hat, kündigt es jetzt einen weiteren Vorstoß ins Unterhaltungsgeschäft an: Für den Musikdienst Spotify wollen die Obamas künftig Podcasts entwickeln und produzieren. Wie viel Geld sie dafür bekommen werden, wurde nicht verraten, ebenso wenig wie viele Podcasts das Abkommen umfassen und um welche Themen es gehen soll. Aus einer Mitteilung geht aber hervor, dass sie zumindest zum Teil auch selbst an den Podcasts mitwirken wollen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Obamas haben es verstanden, aus ihrer Prominenz und ihrer Popularität Kapital zu schlagen. Das zeigt sich vor allem an der von Michelle Obama im vergangenen November veröffentlichten Biographie „Becoming“. Der Bertelsmann-Konzern, dessen Verlag Penguin Random House das Buch herausgegeben hat, teilte im März mit, von „Becoming“ seien fast 10 Millionen Exemplare verkauft worden. Vorstandschef Thomas Rabe sagte, das Buch könnte zur meistverkauften Biographie aller Zeiten werden.

          „Becoming“ ist Teil einer Vereinbarung mit Penguin Random House, die auch ein weiteres Buch von Barack Obama umfasst. Angeblich soll dieses Abkommen den Obamas 65 Millionen Dollar zugesichert haben, der Verlag selbst hat den Betrag nicht bestätigt. Das Buch von Barack Obama wurde noch nicht veröffentlicht. Zunächst hieß es, es könnte in diesem Jahr herauskommen, aber amerikanische Medien berichteten unlängst, es könnte sich verzögern.

          Ab auf den Multimedia-Markt

          Vor rund einem Jahr kündigten die Obamas auch ein auf mehrere Jahre angelegtes Bündnis mit Netflix an und gründeten dazu eine eigene Produktionsfirma mit dem Namen „Higher Ground Productions“. Diese Zusammenarbeit soll eine Reihe verschiedener Projekte umfassen, darunter Dokumentationen, Fernsehserien und Reality-Formate. Das erste Projekt soll „American Factory“ sein, eine Dokumentation über eine Stadt im Bundesstaat Ohio, in der ein chinesischer Milliardär eine Fabrik in einem früheren Autowerk von General Motors eröffnet hat. Wann die Obama-Produktionen auf Netflix veröffentlicht werden, ist bislang unbekannt. Finanzielle Details der Vereinbarung mit Netflix sind ebenso wie nun bei Spotify nicht publik gemacht worden.

          Das Podcast-Bündnis bringt die Obamas in ein wachstumsstarkes Geschäft. Podcasts werden immer beliebter und sind deshalb auch für Musikdienste ein wichtiges Segment. Spotify hat eine ganze Reihe von auf Podcasts spezialisierten Unternehmen zugekauft und angekündigt, bis zu 500 Millionen Dollar für Akquisitionen in dem Segment ausgeben zu wollen. Der Vorstandsvorsitzende Daniel Ek hat gesagt, er rechne damit, dass im Laufe der Zeit Inhalte jenseits von Musik für ein Fünftel der Spotify-Nutzung stehen werden. Spotify hat nach jüngsten Angaben mehr als 100 Millionen zahlende Abonnenten.

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