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50 Millionen für Zalando-Chefs : „Schrei(t) vor Glück!“

Die drei Zalando-Chefs: David Schneider (rechts), Robert Gentz (links) und Rubin Ritter. Bild: dpa

Im Jahr 2018 erhielten die drei Ko-Vorstandschefs des Online-Händlers Zalando nach einer Zuflussrechnung knapp 50 Millionen Euro. Damit verdienten die Gründer mehr als die meisten Dax-Vorstände.

          Der Online-Modehändler Zalando ist mit seinem Werbespruch „Schrei vor Glück“ bekannt geworden. Zum jüngsten Vergütungsbericht trifft er auch gut auf die drei Ko-Vorstandschefs zu: Robert Gentz, David Schneider und Rubin Ritter. Die drei Ko-Vorstandschefs des Online-Händlers Zalando haben nach der vom Corporate Governance Kodex empfohlenen Zuflussrechnung nämlich im Jahr 2018 insgesamt gut 50 Millionen Euro erhalten. Dem für Finanzen zuständigen Vorstand Rubin Ritter flossen 20,2 Millionen Euro zu, Gentz und Schneider jeweils knapp 15 Millionen.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Das ist deshalb berichtenswert, weil Zalando zum ersten Mal überhaupt die Vergütung der einzelnen Vorstände gesondert ausweist, und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem zwei langfristige Vergütungsprogramme ausgelaufen sind. Die Summe muss man also auf mehrere Jahre hochrechnen. Insgesamt gibt es wenige Unternehmen, die diese Zahlen noch nicht individualisiert veröffentlichen, der Medienkonzern Axel Springer und die Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet gehörten auch immer zu den verschlossenen Unternehmen, die sich mit einem sogenannten Opt-out auf der Hauptversammlung von der Berichtspflicht für fünf Jahre befreien lassen konnten. Auch Zalando hätte diese Zahlen noch nicht zwingend veröffentlichen müssen, das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie muss erst vom 10. Juni dieses Jahres an umgesetzt werden. Es soll die Transparenz verbessern und verhindert diese Opt-out-Klauseln.

          Die Zalando-Manager waren in puncto Vergütung bislang eigentlich bei niemandem auf dem Radar, was auch daran liegt, dass sie mit jeweils 200.000 Euro Festgehalt wahrlich nicht zu den Topverdienern gehörten. Allerdings haben die Manager des Unternehmens, das vor fünf Jahren an die Börse gegangen ist, schon 2011 und 2013 jeweils mehrjährige Vergütungsprogramme initiiert. Diese SOP 2011 und SOP 2013 genannten Aktienoptionsprogramme sind zum Oktober und November 2018 ausgelaufen und auch der Grund für die Höhe des Zuflusses in diesem Jahr. Beim ersten Programm konnte jedes Vorstandsmitglied gut eine Million Aktien zum Preis von 5,65 Euro je Option erwerben. Das SOP 2013 umfasste Optionsrechte zum Erwerb von 3,2 Millionen Aktien zum Preis von 15,63 Euro. Was das bedeutet, lässt sich in den ausgewiesenen Eigenschäften ablesen. So hat etwa Ritter Ende April 2017 Aktien in einem Volumen von 581.000 Euro gekauft, zum Preis von 5,65 Euro. Im August verkaufte er praktisch die gleiche Anzahl an Aktien, allerdings zu einem damaligen Aktienkurs von 39,59 Euro, was einem Volumen von rund 4 Millionen Euro entspricht.

          Eine Dividende zahlt Zalando nicht

          Aus dem Vergütungsbericht ergibt sich, dass die drei Vorstandschefs schon im Jahr 2017 einige Optionen dieser mehrjährigen Vergütung ausschöpfen konnten, solche Optionen können immer nach Einhalten bestimmter Wartefristen ausgeübt werden. Dem Bericht zufolge kamen Gentz und Schneider dabei auf gut 11,5 Millionen Euro, Ritter auf knapp 4 Millionen. Im Geschäftsbericht des Jahres 2017 war das so noch nicht ersichtlich, weil Schneider und Gentz ihre Optionen sogleich an Unternehmen übertragen haben, die zu 100 Prozent in ihrem Besitz sind. So kommt es, dass in der Zuflussrechnung in dem damaligen Geschäftsbericht unter dem Strich die Zahl 4,5 Millionen Euro stand, sie wurde damals noch für die drei Vorstandsmitglieder gesammelt ausgewiesen.

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