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Die Deutschen wissen es nicht : An welchem Tag kann man im Internet sparen?

An welchem Tag und zu welcher Tageszeit sollte man einkaufen? Bild: dpa

Die Deutschen glauben, dass die Preise im Internet am Wochenende besonders hoch sind. Eine Studie kommt jetzt zum gegenteiligen Ergebnis und zeigt: Die Deutschen wissen nicht, wann im Internet die Preise sinken.

          Im Internet ändern sich die Preise oft. Doch die Deutschen wissen nicht, wie sie das nutzen können, um Geld zu sparen. Im Gegenteil: Befragt man sie, wann die Preise besonders hoch und wann sie besonders niedrig sind, stellt sich heraus: Sie liegen fast immer genau daneben.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das ist das Ergebnis zweier Studien. Die eine hat das Marktforschungsunternehmens Research Now SSI, das sich kürzlich in Dynata umbenannt hat, im Auftrag der Preisvergleichswebseite Idealo durchgeführt. Für die zweite hat Idealo sich eigene Daten angeschaut.

          Die erste Studie ist eine repräsentative Umfrage unter mehr als 1000 Deutschen. Das Ergebnis: Mit 34 Prozent glauben die meisten, dass der Samstag besonders teuer ist. Tatsächlich aber gibt es in der zweiten Studie kein Produkt, das am Samstag am teuersten in der Woche ist. Stattdessen scheint der Samstag sogar der günstigste Tag zu sein. 23 Prozent der untersuchten Produkte sind am Samstag am günstigsten, an keinem anderen Tag sind es mehr.

          Auch den Sonntag schätzen die Deutschen falsch ein: 27 Prozent halten ihn für den teuersten Tag, nur jedes elfte Produkt ist aber am Sonntag im Durchschnitt am teuersten, 17 Prozent sind am günstigsten. Damit ist der Sonntag der zweitgünstigste Tag.

          Die wenigsten glauben allerdings, dass der Dienstag besonders teuer ist. Gerade mal 3 Prozent sind der Meinung, dass es sich bei diesem um den teuersten Tag der Woche handelt. Auch das ist genau entgegengesetzt zu den Ergebnissen der Preis-Studie: Mit 28 Prozent sind die meisten Produkte am Dienstag am teuersten, nur 4 Prozent sind am Dienstag am günstigsten. Die Deutschen liegen bei den Wochentagen also systematisch daneben.

          Nachts und morgens sind die Preise niedriger

          Besser sieht es dagegen bei den Tageszeiten aus. Mehr als die Hälfte der Befragten halten die Abendstunden zwischen 18 und 23 Uhr für die teuersten. Damit liegen sie richtig: Bei einem Drittel der Produkte steigen die Preise dann. Und nur jedes neunte Produkt ist um die Zeit besonders günstig.

          Gut sparen lässt sich der Untersuchung zufolge nachts zwischen 23 und 5 Uhr und zwischen 5 und 9 Uhr morgens. Zwei von fünf Produkten sind nachts am günstigsten, jedes vierte hat morgens im Durchschnitt den niedrigsten Preis. Vormittags und mittags sind die Preise dagegen eher im Mittelfeld, also weder besonders günstig, noch besonders teuer.

          Für die interne Untersuchung hat Idealo die Preise von 47 der beliebtesten Produkte aus verschiedenen Kategorien untersucht. Insgesamt 7.700 Preisänderungen haben sie dafür über einen Zeitraum von vier Monaten beobachtet.

          Besonders viele Preisbewegungen stellten sie bei Elektronik-Produkten und Fußballtrikots fest. Allerdings schreiben die Autoren, dass die Preisbewegungen bei den meisten Produkten nicht wirklich ins Gewicht fallen. Die Schwankungen zwischen den verschiedenen Tagen und Tageszeiten würden durchschnittlich nur etwa drei  bis vier Prozent betragen.

          Eine Studie der Verbraucherzentralen im August 2018 kam allerdings zu anderen Ergebnissen. Bei manchen Handys variierte der Preis innerhalb weniger Tage zwischen 580 und 800 Euro, bei Winterreifen sogar zwischen 220 und 640 Euro.

          Die Verbraucherzentralen empfahlen damals, den Preis über einen längeren Zeitraum zu beobachten und im richtigen Moment zuzuschlagen. Die Autoren der aktuellen Studie kommen zu einem ähnlichen Ergebnis. Das ist freilich wenig überraschend, deckt sich das doch mit dem Interesse von Idealo: Wer länger Preise vergleicht, verbringt mehr Zeit auf der Preisvergleichswebseite.

          Zudem lässt sich natürlich anzweifeln, ob die Ergebnisse einer Webseite wirklich verlässlich sind. Idealo sagt dazu auf Anfange, dass die Produkte von 87 Prozent der größten deutschen Online-Händler auf ihren Seiten vertreten seien. Man glaube, „dass die Ergebnisse ein repräsentatives Bild der E-Commerce-Landschaft abgeben“, sagte eine Sprecherin gegenüber FAZ.NET.

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