https://www.faz.net/-gqe-9n6sy

Deutsche Industrie fordert : Deutschland soll mehr Geld für die Raumfahrt ausgeben

  • Aktualisiert am

Alexander Gerst bereitet sich auf der ISS auf einen Ausstieg ins Weltall vor. Bild: dpa

Im internationalen Vergleich fördert Deutschland die Erkundung des Alls bislang nur wenig. Das soll sich nach Wunsch des Industrieverbandes BDI ändern: Er sieht in der Raumfahrt den Schlüssel zur Zukunft.

          Der Industrieverband BDI hat die Bundesregierung aufgefordert, deutlich mehr Geld für die Raumfahrt auszugeben. Raumfahrt sei für die Industrie im digitalen Zeitalter von zentraler Bedeutung und Schlüssel für Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren, heißt es in einem am Dienstag vorgelegten Grundsatzpapier des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Die Stärke Deutschlands als eine der führenden Industrienationen weltweit spiegele sich aber nicht in den Raumfahrtausgaben wider. Deutschland liege im internationalen Vergleich lediglich auf Rang neun.

          Angesichts der steigenden Bedeutung der Raumfahrt für die moderne digitale Wirtschaft sei es dringend erforderlich, das nationale Raumfahrtbudget in Deutschland deutlich aufzustocken, heißt es in dem Papier. Zuerst hatte die „Süddeutschen Zeitung“ darüber berichtet.

          „Angesichts der steigenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Raumfahrt sollte das Raumfahrtbudget in Deutschland mindestens auf das Niveau von Frankreich angehoben werden“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. Laut BDI hatte Frankreich dafür im Jahr 2018 Mittel in Höhe von 726 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, während es in Deutschland nur 285 Millionen Euro waren. Der Jahresetat der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa liegt bei über 20 Milliarden Dollar. Weltweit beträgt der Raumfahrt-Umsatz zurzeit etwa 260 Milliarden Dollar. Dies dürfte sich bis 2040 auf bis zu 2,7 Billionen Dollar mehr als verzehnfachen, so der BDI.

          50 Jahre nach der ersten bemannten Mondlandung spricht sich der BDI dafür aus, dass Deutschland bei der Rückkehr zum Mond eine „zentrale Rolle“ spielen solle. Der Mond habe langfristig auch das Potenzial, als Zwischenstation für eine Mission zum Mars zu dienen.

          Weitere Themen

          Der Mond ist Trump nicht genug

          Raumfahrt : Der Mond ist Trump nicht genug

          Amerika will in der Raumfahrt wieder hoch hinaus. Präsident Donald Trump würde am liebsten gleich zum Mars. Was braucht es, damit zumindest die Mondmission gelingt?

          Untersuchung von Tech-Konzernen angekündigt Video-Seite öffnen

          Amerikanische Justiz : Untersuchung von Tech-Konzernen angekündigt

          Die amerikanische Regierung kündigte Untersuchungen in die Wettbewerbspraktiken einiger großer Technologie-Unternehmen an. Sollten Gesetzesverstöße festgestellt werden, werde man "entsprechend handeln", hieß es am Dienstag in einer Erklärung des Justizministeriums in Washington.

          Topmeldungen

          Der radikale Konzernumbau der Deutschen Bank führt zu Milliardenverlusten im zweiten Quartal 2019.

          In drei Monaten : Die Deutsche Bank macht 3,1 Milliarden Euro Verlust

          Das größte und wichtigste deutsche Kreditinstitut will und muss sich radikal verändern. Die Belastungen durch den Umbau des Konzerns führen zu tiefroten Zahlen. Besonders betroffen ist die einst bedeutendste und berüchtigtste Sparte des Unternehmens.

          Anhörung von Robert Mueller : Der unfreiwillige Zeuge

          Ende März präsentierte Sonderermittler Robert Mueller seinen Bericht zur möglichen Wahlkampf-Affäre Trumps aus dem Jahr 2016. Jetzt muss er dazu im Kongress aussagen. Donald Trump spielt den Termin herunter, als sei es eine reine Formalität.
          Donald Trump gratuliert am Dienstagabend dem neuen amerikanischen Verteidigungsminister Mark Esper.

          Amerikas Verteidigungsminister : Ein Mann der Truppe

          Mark Esper ist mit überwältigender Mehrheit im Amt des amerikanischen Verteidigungsministers bestätigt worden. Die Gegenstimmen kamen im Senat vor allem von demokratischen Wahlkämpfern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.