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Digitalisierung : Der Playboy prüft das Ende der Print-Ausgabe

Nach einem Jahr mit angezogenen Models kehrte der amerikanische «Playboy» 2017 zur Nacktheit zurück. Bild: dpa

Im Dezember 1953 erschien der erste „Playboy“, das Magazin hatte auf seinem Höhepunkt Millionen Leser. Nun deutet sich eine elementare Entscheidung an - die auch mit dem Tod des Gründers zusammenhängt.

          Im Dezember 1953 erschien der erste „Playboy“, auf dem Titel war Marilyn Monroe abgebildet. Die Zeitschrift war aus dem Stand ein Erfolg. Schon ihre erste Ausgabe verkaufte sich mehr als 50.000 Mal, Anfang der siebziger Jahre erreichte sie eine Auflage von sieben Millionen Exemplaren.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Diese Glanzzeiten sind heute aber eine entfernte Erinnerung, denn die Männerzeitschrift hat an Relevanz verloren. Zuletzt ist die Auflage auf weniger als 500.000 Stück gefallen. Nun könnte womöglich sogar bald das Ende für die Publikation kommen. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ prüft die Playboy Enterprises Inc. die Einstellung ihrer namensgebenden Zeitschrift.

          Eine endgültige Entscheidung soll noch nicht getroffen sein. Aber Vorstandsvorsitzender Ben Kohn sagte der Zeitung, er wolle in diesem Jahr den Schwerpunkt seines Unternehmens von Medien hin zum Markenmanagement verlagern. Soll heißen, den Namen „Playboy“ und das berühmte „Bunny“-Logo verstärkt mit Lizenzgeschäften vermarkten.

          Diese Überlegungen haben offenbar viel mit dem Tod von Playboy-Gründer Hugh Hefner vor wenigen Monaten zu tun. Hefner kaufte das Unternehmen zusammen mit dem Finanzinvestor Rizvi Traverse im Jahr 2011 und nahm es von der Börse. Die Investoren bekamen damals einen kontrollierenden Anteil von rund 65 Prozent, wobei sie aber zustimmten, dass es die Printausgabe des Playboy geben wird, so lange Hefner lebt.

          Marilyn Monroe war auf der ersten Ausgabe des Playboy im Jahr 1953 zu sehen.

          Damit hätten sie nun also die Freiheit, die Zeitschrift aufzugeben. Rizvi Traverse versucht jetzt außerdem, den 35-Prozent-Anteil an Playboy Enterprises zu kaufen, den Hefners Erben halten. Das Unternehmen macht schon heute rund die Hälfte seines Umsatzes mit Lizenzgeschäften, und nach Aussage von Vorstandschef Kohn war es im abgelaufenen Jahr profitabel. Die Zeitschrift alleine hat allerdings dem Bericht zufolge in jüngster Zeit jährliche Verluste von bis zu 7 Millionen Dollar erwirtschaftet.

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