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Digitale Sportuhren : Kleine Alleskönner ersetzen das Smartphone

Jederzeit gut informiert – ob beim Laufen oder Schwimmen. Bild: Imago

Zu groß und zu schwer sind Handys geworden. Wer laufen oder biken will, benutzt die digitale Sportuhr – es ist ein Wachstumsmarkt. Doch der wird für Sportler immer unübersichtlicher.

          Smartphones sind mit ihren immer größeren Displays und dem beachtlichen Gewicht nicht mehr für Hosen- oder Westentaschen als eher für die Handtaschen geeignet. Für Sportler jedenfalls scheinen die Zeiten vorüber, derlei Gerät – mit Klettband am Oberarm fixiert – zum Laufen mitzuschleppen. Zu schwer, zu groß, zu unhandlich. Kai Tutschke kommt der Trend zu mehr Leichtigkeit gelegen. Der Landeschef des Unternehmens Garmin für Deutschland, Österreich und die Schweiz hat noch keinen objektiven Beleg, aber Kundenreaktionen bestätigen seinen Eindruck: „Da kann eine digitale Sportuhr ihre Vorteile ausspielen.“

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Das ist ein Grund, warum am Handgelenk getragene Fitnessgeräte mit Navigations- und Aktivitätsfunktionen (Wearables) derzeit so gefragt sind; und zwar hochwertige Sportuhren im schnittigen Design, ausgestattet mit allen denkbaren Funktionen zum Erfassen von Leistungen. Die schmalen Fitnessarmbänder mit kleiner Anzeige, mit Grunddaten wie Uhrzeit, Kalorien, Schritten oder zurückgelegter Strecke (Fitnesstracker) haben längst den Zenit überschritten. Ist auf der am Sonntag beginnenden Münchner Sportfachmesse Ispo die Rede von Wearables, geht es zumeist um Teures, Edles und Funktionelles – für den Freizeitsportler wie für den ambitionierten Läufer, Biker, Golfer, Segler, Schwimmer oder Taucher. Apple, Samsung, LG und Sony sind auf den Trend der Kleincomputer und Alleskönner am Handgelenk aufgesprungen, wie sie Garmin, Fitbit oder Polar schon vor vielen Jahren – wenn auch noch nicht so digital und eher im Nischendasein – für ihre Klientel gesetzt haben.

          Das Geld sitzt bei den Sportbegeisterten locker

          Anruf, Textnachricht, Whatsapp oder E-Mails können abgerufen werden. Das Navigationssystem GPS ist in allen hochwertigen Geräten eingebaut, neben der selbstverständlichen Erfassung von Fitness- und Leistungsdaten wie Herzfrequenz, Kalorienverbrauch, Geschwindigkeit, Höhenmeter oder Strecke. Damit nicht genug: Garmin hat vor wenigen Tagen auf der Elektronikschau CES in Las Vegas den Forerunner 645 präsentiert. Er spielt Musik des Streamingdienstes Deezer ab. Mit der Smartwatch, die tatsächlich auch noch die Uhrzeit anzeigt, lässt sich bei entsprechender Kreditkartenhinterlegung auch kontaktlos bezahlen (Near Field Communication, NFC). Es gibt reine Laufuhren oder Handgelenkgeräte, die für viele Sportarten anwendbar sind. Garmin bietet mehr als 50 Wearable-Produkte für unterschiedliche Anwendungen, bis zur Pilotenuhr. Für den privaten Endverbraucher sind es mehr als 20 Produkte.

          Wozu braucht man während des Sports dann noch ein Handtaschen-Smartphone? Das Interesse an hochwertigen Wearables ist enorm gestiegen. Statt 100 oder 120 Euro für einen einfachen Fitness-Tracker akzeptieren die Käufer Preise von 300 bis 400 Euro oder auch deutlich mehr. Hauptsache, die Smartwatch wird den individuellen Bedürfnissen gerecht. Da ist noch Luft: Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie des Unternehmensberaters und Wirtschaftsprüfers Deloitte gibt ein sportlich Begeisterter im Jahr durchschnittlich 725 Euro für Kleidung und Geräte oder Aktivurlaube aus. Das Geld sitzt locker. Mehr als 40 Prozent sportlich orientierter Verbraucher kaufen mehr als zweimal im Jahr Sportartikel.

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