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Dating-App : Bumble soll das Tinder für Frauen sein

Wetten, dass sie ihn angeschrieben hat? Bild: Picture-Alliance

Die Dating-App Bumble ist wie Tinder – nur freundlicher zu Frauen. Die Gründerin kommt sogar vom direkten Konkurrenten – und hat mit ihrer neuen Plattform viel Erfolg. Jetzt nimmt Tinder den Kampf auf.

          Seit ihrem Debüt auf dem Liebesmarkt macht die Dating-App Bumble ihrem Namen ziemliche Ehre. Bumble bedeutet so viel wie das Summen geschäftiger Hummeln, und es summt ganz gewaltig. Der Hype um die App ist groß: Sie ist wie Tinder und doch ein bisschen anders.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Bumble gilt als Musterbeispiel der Emanzipation – mit einem simplen Trick. Wenn sich zwei App-Nutzer durch einen Wisch nach rechts gegenseitig ihr Interesse bekunden, ist das ein „Match“, wie bei Tinder. Es kommt aber nur dann ein Gespräch zustande, wenn die Frau den ersten Schritt macht. Meldet sich die Auserkorene innerhalb von 24 Stunden nicht, wird Mann nie erfahren, ob sie vielleicht seine Traumfrau gewesen wäre. Ein bisschen so wie bei Cinderella. Bei einem gleichgeschlechtlichen Match gilt die Regel freilich nicht.

          Von sich selbst behauptet Bumble, mit dieser einzigartigen Funktion die „archaischen Regeln des Dating-Spiels zu durchbrechen.“ Damit meint das Start-Up das ungeschriebene Gesetz, dass traditionell der Mann der Frau den Hof macht. Er ist es, der die ersten Annäherungsversuche macht, nach der Telefonnummer und einem Date fragt und, wenn man das Spiel ganz zu Ende spielt, schließlich auch auf die Knie geht und die Frage aller Fragen stellt. Also nennt mancher Bumble auch „Dating-App für Feministen“ oder „Flirtprogramm für die Gleichberechtigung“.

          Bumble wächst schnell

          Dabei ging es der Gründerin der App, die Amerikanerin Whitney Wolfe Herd, zunächst vor allem um die Sicherheit von Dating-App-Nutzerinnen. Belästigungen durch Fotos männlicher Genitalien oder besonders dreiste Anfragen für unverbindlichen Sex sollen eingeschränkt werden, wenn Männer nicht zuerst reden dürfen. Zu oft folge auf ein verheißungsvolles Match eine plumpe Anmache, die nicht selten in den Bereich der sexuellen Belästigung falle. Haben Frauen die Macht über den Gesprächsbeginn, starte die Unterhaltung schon mal unter anderen Bedingungen, so zumindest die Idee. Auch ein beliebter Klassiker der männlichen Inszenierung in sozialen Medien, das oberkörperfreie Spiegel-Selfie, ist auf Bumble Tabu. Überhaupt gilt Bumble als Musterbeispiel des weiblichen Empowerment. Mehr als 85 Prozent der Mitarbeiter sind nach eigenen Angaben Frauen, auch in den Top-Positionen.

          Es gibt Zweifel: Ob Frauen tatsächlich eine App brauchen, um sich von angestaubten Dating-Praktiken zu emanzipieren. Ob das traditionelle Paar-Bild, an dem Bumble kratzen will, überhaupt noch auf der Höhe der Zeit ist. Ob sich die App nicht zu sehr an Heterosexuellen orientiert. Ob Männer das auch mitmachen.

          Doch Bumble ist erfolgreich, sehr sogar. Seit der Gründung 2014 wachsen die Nutzerzahlen schnell, allein in den vergangenen zwei Jahren stiegen die Downloads um 570 Prozent. 2017 bescherte dieses Wachstum Bumble den dritten Platz in den Charts der Dating-Apps in den Vereinigten Staaten, geschlagen nur von Tinder und Plenty of Fish. Mehr als drei Milliarden Nachrichten wurden weltweit schon über Bumble verschickt, rund 29 Millionen Nutzer sind registriert. Bislang wird die App vor allem in Amerika genutzt, doch auch in Deutschland wird sie immer beliebter. Um seinen Namen hat Bumble ein äußerst erfolgreiches Storytelling aufgebaut, wirbt etwa mit Sprüchen wie „You're a Queen Bee („Du bist eine Bienenkönigin“).

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