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DSGVO-Mythen : Wie geht Datenschutz heute?

Müssen Erinnerungsfotos so aussehen? Bild: ddp Images

Die Datenschutz-Grundverordnung gilt seit einem halben Jahr und verunsichert die Bürger. Was ist noch erlaubt? Was verboten? Darüber kursieren viele Mythen. Wir klären auf.

          In der Schule

          Auf Schulveranstaltungen und Klassenreisen dürfen angeblich keine Fotos mehr gemacht werden, ohne das Einverständnis von allen einzuholen, die auf dem Foto zu sehen sein werden.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          FALSCH. Das Anfertigen von Fotos fällt nicht in den Anwendungsbereich der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese ist immer nur dann einschlägig, wenn es darum geht, die Fotos auch zu verwenden. Eltern und auch die Kinder selbst können also auf Kita- und Schulveranstaltungen sowie auf Klassenreisen Fotos machen, solange sie nicht den Intimbereich der Abgebildeten betreffen. Fotos unter der Dusche also lassen.

          Auf Erinnerungsfotos müssen die Augen aller Spielkameraden geschwärzt werden.

          FALSCH. Diese Anekdote aus einer Kita in Nordrhein-Westfalen sorgte im Sommer für Aufregung: Übereifrige Betreuerinnen hatten aus Angst vor den neuen Regeln die Abschiedsbücher für die angehenden Schulkinder geschwärzt. Vollständig zu sehen war nur das Kind, für das die Mappe bestimmt war. Erzieherinnen, beste Freunde, selbst der Nikolaus mussten einen schwarzen Balken tragen. Eine vollkommen überzogene Reaktion, findet auch der Datenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Stefan Brink. Anders als beim bloßen Fotografieren sind die neuen europäischen Regeln zwar einschlägig, weil dieser Fall die Verwendung der personenbezogenen Daten, also der Fotos, berührt. Doch für Erinnerungsfotos in einem privaten Album müssen die anderen Kinder nicht unkenntlich gemacht werden. Die Datenschutz-Grundverordnung sieht in Artikel 2 nämlich eine Ausnahme vor bei der „Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten“ (sogenannte Haushaltsausnahme). Hiervon sind zum Beispiel Fotos erfasst, die für die eigene Erinnerung auf einer Familienfeier, beim Kindergeburtstag oder auch einer Schulveranstaltung gemacht und an die Freunde weitergegeben werden.

          Die Fotos der Kinder dürfen unter keinen Umständen ins Internet gestellt werden.

          FALSCH. Sollen Fotos in einer passwortgeschützten Gruppe oder einem geschlossenen Forum zugänglich gemacht werden, so fällt dies noch unter die Haushaltsausnahme. Nicht erlaubt ist die Verbreitung im Netz, wenn sich ein unüberschaubarer Kreis Zugang verschaffen und die Fotos einsehen kann. Möglich ist aber auch weiterhin das Teilen von Fotos über Whatsapp-Nachrichten an einen konkreten Empfänger.

          Die Fotos der Kinder dürfen auf Internetseiten und in sozialen Medien nur dann eingestellt werden, wenn die Eltern dem zugestimmt haben.

          RICHTIG. Das war allerdings auch schon unter dem bisher geltenden Bundesdatenschutzgesetz so. Deshalb lassen Kindergärten und Schulen schon seit Jahren die Eltern zu Beginn der Betreuung entscheiden, ob Sie sich damit einverstanden erklären, dass die Bilder so genutzt werden. Dafür gibt es entsprechende Formulare, die die Eltern unterschreiben müssen. Das Einverständnis kann jederzeit widerrufen werden.

          Die Einwilligung muss immer schriftlich erfolgen und muss unterschrieben werden.

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