https://www.faz.net/-gqe-9avk8

„Like“-Button : Apple will Facebook das Datensammeln erschweren

  • Aktualisiert am

Apple gefällt der „Like“-Button von Facebook nicht mehr. Bild: Reuters

Das Datensammeln von Facebooks „Like“-Button gefällt Apple nicht. Der mächtige Konzern kündigt eine Sperre der Funktion an. Steht ein Kräftemessen der Tech-Giganten bevor?

          2 Min.

          Der amerikanische Technologiekonzern Apple will seine Nutzer besser gegen das massenhafte Sammeln ihrer Daten schützen – und stellt sich damit auch gegen das Online-Netzwerk Facebook. Apple kündigte am Montag neue Versionen seiner Betriebssysteme für iPhones und Mac-Computer an, die das sogenannte Tracking von Internetaktivitäten etwa über Facebooks „Gefällt mir“-Button erschweren sollen.

          „Wir glauben, dass private Daten privat bleiben sollen“, sagte Apple-Manager Craig Federighi auf der Entwicklerkonferenz des Unternehmens im kalifornischen San José. „Es hat sich gezeigt, dass ’Gefällt mir’-Buttons und Kommentarfelder dazu benutzt werden können, dir auf der Spur zu bleiben  – also werden wir das in diesem Jahr abstellen.“

          Konkret sollen sich in Apples Standardbrowser Safari künftig sogenannte Cookies, wie sie etwa über Facebooks „Gefällt mir“-Button auf den Geräten der Nutzer platziert werden, blockieren lassen. Unternehmen solle es so „drastisch“ erschwert werden, ein Gerät zu identifizieren, die Aktivitäten zu verfolgen und „unverwechselbare“ digitale Fingerabdrücke zu erstellen, sagte Federighi. Der Vorstoß kann für Facebook mehr als nur ein Nadelstich sein, denn Safari läuft nicht nur auf Apples Mac-Computern, sondern ist auch der meistgenutzte Webbrowser auf dem iPhone.

          Apple hat „null“ Daten von Facebook erhalten

          Apple wolle seinen Safari-Browser zu einem „Anti-Facebook-Navigator“ machen, kommentierte das Technologiemagazin „Wired“ die Ankündigungen. Facebook war zuletzt wegen des Skandals rund um Datenmissbrauch durch die Firma Cambridge Analytica heftig in die Kritik geraten; dabei sollen die Daten von Millionen Facebook-Nutzern unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein.

          Zuletzt sorgte ein Bericht der „New York Times“ für Wirbel, wonach Facebook über Jahre hinweg Herstellern von Smartphones weitreichenden Zugriff auf private Informationen gewährt haben soll. Zu diesen Unternehmen gehörten demnach unter anderem Apple, Amazon, Blackberry, Microsoft und Samsung. Facebook erklärte dazu, dem Konzern sei „irgendwelcher Missbrauch“ der Nutzerdaten durch diese Partnerfirmen nicht bekannt. Apple-Chef Tim Cook betonte in einem Interview des Senders NPR von Facebook „null“ Daten erhalten zu haben.

          Facebooks „Gefällt mir“-Button stand indes auch in Deutschland wiederholt in der Kritik. So kritisierte etwa das Bundeskartellamt im vergangenen Dezember vor allem das Sammeln von Daten außerhalb des sozialen Netzwerks, die dann mit einem Facebook-Konto verknüpft werden. „Dies geschieht sogar schon, wenn man zum Beispiel einen ’Gefällt Mir-Button’ gar nicht nutzt, aber eine entsprechende Seite aufgerufen hat, in die ein solcher Button eingebettet ist“, kritisierte Behördenchef Andreas Mundt. Dies sei den Nutzern nicht bewusst.

          Über Facebook hinaus verschärft Apple auch insgesamt die Gangart gegenüber der Online-Werbebranche. Schon im vergangenen Jahr wurden die Sicherheitseinstellungen von Safari verschärft. Nach einem Website-Besuch etwa eines Online-Shops können penetrante Werbeanzeigen den Nutzer seitdem nicht mehr quer durchs Netz verfolgen. Diese Funktion wurde jetzt noch einmal verbessert. „Die Datenfirmen sind clever und erbarmungslos“, erklärte Federighi den Schritt ohne einen Hauch von Ironie.

          Weitere Themen

          Auf Geheiß von Peking

          Apple beugt sich Chinas Druck : Auf Geheiß von Peking

          China ist für den amerikanischen Technologiekonzern Apple längst einer der wichtigsten Märkte. Die nun erfolgte App-Löschung entbehrt deshalb nicht einer gewissen Logik – und ist nicht der erste Vorfall dieser Art.

          Topmeldungen

          Christian Lindner hat bei der Grundrente bewiesen: Die FDP lebt. Hier spricht er bei einer Veranstaltung im Dezember 2017.

          Einigung auf Grundsteuer : Die FDP lebt

          Die FDP hat ihre Vetomacht im Bundesrat klug genutzt. Die neue Grundsteuer ist ungewohnt freiheitlich für Deutschland. Ein großes Manko des Steuer-Monstrums bleibt dennoch.
          Das Brexit-Abkommen sei nur ein erster Schritt, dem die Regelung des Verhältnisses zwischen der EU und dem Nichtmitglied Großbritannien folgen müsse, sagt Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier.

          Ringen um den Brexit : Gibt es doch noch einen neuen Deal?

          Noch ist in den Brexit-Verhandlungen alles offen. Doch in Brüssel wird bereits mit Argusaugen verfolgt, wie sich jene Unterhaus-Abgeordneten positionieren, auf deren Unterstützung Johnson für ein Abkommen angewiesen ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.