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Gewinne der Tech-Konzerne : Warum Apple, Amazon und Co. so erfolgreich sind

Nah bei den Menschen? Apple-Chef Tim Cook in einem Apple-Store in Chicago. Bild: AFP

Facebooks Datenskandal ist längst nicht ausgestanden, Donald Trump attackiert Amazon in nie dagewesener Weise – und auch die Kartellbehörden machen Druck. All das perlt an Google & Co. bislang ab. Eine Analyse.

          Der zunehmende Druck von Politikern rund um den Globus auf die großen Tech-Konzerne ist offenkundig: Kartellwächter untersuchen besonders Google und Facebook, Donald Trump wettert gegen Amazon in nie dagewesener Weise und nicht nur Verbraucherschützer sorgen sich, was zu viel Handykonsum gerade mit jungen Menschen macht. Während sich das politisch-gesellschaftliche Umfeld verdüstert, laufen die Geschäfte der bekannten Technologie-Unternehmen jedoch weiter blendend. Ihre Idee funktioniert ungebrochen. Milliarden Menschen bekommen unzählige Produkte und Dienste angeboten, die daraus entstehenden gewaltigen Datenmengen über Konsumwünsche und andere private Vorlieben werden tiefgehend analysiert. Wer in die gerade veröffentlichten Geschäftsergebnisse schaut, findet keine Spur von einem „Tech-Lash“, einem breiten Rückschlag für die großen Tech-Konzerne. Bislang jedenfalls.

          Eine Summe, die dafür steht, lautet 13,8 Milliarden Dollar: So hoch ist der Gewinn, den der Handyhersteller Apple in den ersten drei Monaten dieses Jahres erzielt und nun berichtet hat. Einerseits ist das eine satte Steigerung um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr (die Summe ist ungefähr halb so hoch wie der derzeit gesamt Marktwert der Deutschen Bank). Andererseits überzeugen auch die hinter dieser Zahl stehenden Geschäftskennzahlen: Apple verkaufte mehr als 52 Millionen iPhones, sogar das teure neue iPhone X schlägt sich offenkundig deutlich besser, als mancher Marktbeobachter gerade noch gefürchtet hatte.

          Eigenes technisches Ökosystem

          Der Apple-Vorstandsvorsitzende Tim Cook nannte es einen „Super Bowl-Gewinner“, wenngleich er dies ein bisschen dahingehend relativierte, dass er und die übrige Apple-Führung sich einen Sieg „um ein paar mehr Punkte“ gewünscht hätten. Die Anleger an der Börse jedenfalls nahm Cook mit den neuen Zahlen für sich ein. Der Aktienkurs stieg um mehr als 4 Prozent, Apple bleibt mit einem Marktwert von 836 Milliarden Dollar das mit Abstand teuerste börsennotierte Unternehmen des Planeten – selbstredend, dass dabei auch die angekündigten Aktienrückkäufe im Volumen von 100 Milliarden Dollar helfen.

          Auch wenn Apple als Luxusartikelhersteller mit eigenem technischen Ökosystem heraussticht – wenn es um die Gewinnhöhe geht, schnitten die anderen Tech-Konzerne sogar eher noch besser ab, gemessen an den zuvor mehrheitlich gehegten Erwartungen. Der Onlinehändler Amazon meldete einen drastischen Gewinnanstieg, der den Aktienkurs am vergangenen Donnerstag um 7 Prozent steigen ließ und den Marktwert damit innerhalb nur eines Tages um ungefähr 70 Milliarden Dollar erhöhte – infolgedessen überholte Amazon mit seiner Börsenbewertung sogar die Tech-Holdinggesellschaft Alphabet (Google). Unternehmensgründer und Vorstandschef Jeff Bezos, dem gut 16 Prozent der Amazon-Aktien gehören, ist mit einem Vermögen von 132 Milliarden Dollar weiter der mit Abstand reichste Mensch der Welt.

          In den Zahlen von Amazon wie von Apple zeigt sich außerdem, dass „Big Tech“ eine wichtige Veränderung offenbar ordentlich gelingt: Die Verbreiterung des Geschäftes. Natürlich ist das iPhone in all seinen Versionen nach wie vor der Gewinnbringer des Unternehmens, allerdings wachsen eben auch die anderen Angebote merklich. Genauso Amazon: Der Konzern ist zwar vor allem ein Onlinehändler, auf dessen Auswahlseiten Kunden auf der ganzen Welt längst nicht mehr nur Bücher bestellen; er macht aber auch immer mehr Geschäft zumal mit der Cloud.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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