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Online-Schnäppchenjagd : Cyber Monday bringt Rekordumsätze in Amerika

  • Aktualisiert am

Schnäppchen-Alarm im deutschen Einzelhandel Bild: dpa

In drei Stunden so viel Umsatz wie sonst am ganzen Tag – das ist die Billanz des Cyber Mondays in Amerika. Auch in Deutschland brechen die Rabatt-Tage Rekorde. Doch für einige Unternehmen sind sie auch gefährlich.

          In Amerika haben die Verbraucher am „Cyber Monday“ so viel im Internet bestellt wie nie zuvor. Das Geschäft am Montag nach Thanksgiving habe einen Rekordumsatz von 7,9 Milliarden Dollar erreicht, erklärten Marktforscher von Adobe Analytics. Millionen Käufer deckten sich bei den Internethändler mit wirklichen und vermeintlichen Schnäppchen von Lego-Steinen bis zu TV-Geräten mit Großbildschirm ein.

          Drei Stunden an diesem Montag brächten so viel Online-Umsatz ein wie sonst ein ganzer Tag, sagte Adobe-Digital-Experte Taylor Schreiner. Handelskonzerne wie Target und Amazon befeuerten die Bestellungen mit kostenfreien Auslieferungen unabhängig vom Bestellwert und vielen Werbe-Mails. Ungefähr 75 Millionen Verbraucher beteiligten sich Schätzungen zufolge in den Vereinigten Staaten an der Schnäppchen-Jagd.

          Gefahren für stationäre Händler

          Vor allem Spielsachen seien gefragt gewesen, berichteten Adobe-Experten. Hier habe es die größten Preis-Nachlässe gegeben. Handelsexperten warnten indes auch vor den Schattenseiten der Rabattschlacht. Für traditionelle Händler könnte der Wettbewerbsdruck aus dem Netz zu Gewinneinbrüchen und letztlich zum Aus führen, warnte der Chef des Handelsinstituts Retail Doctor, Bob Phibbs.

          Auch an der Börse zogen Internethändler wegen des „Cyber Monday“ Aufmerksamkeit auf sich. Sowohl der „Black Friday“, der drei Tage zuvor das Weihnachtsgeschäft im stationären Einzelhandel eingeläutet hatte, als auch der „Cyber Monday“ gelten nicht nur als wegweisend für das wichtige Weihnachtsgeschäft in den Vereinigten Staaten, sondern auch als Indikator für die allgemeine Konsumstimmung. Die Papiere des Online-Händlers Amazon gewannen 5,3 Prozent, die von Alibaba 3,8 Prozent und die von JD.com 6,2 Prozent.

          Rabattschlachten auch in Deutschland

          Die Schäppchentradition aus Amerika hat längst auf andere Länder übergegriffen. Die Aussicht auf attraktive Rabatte hatte auch in Deutschland Verbraucher am „Black Friday“ und dem „Cyber Monday“ auf die Seiten der Onlinehändler gelockt. „Unsere Kunden in Deutschland kaufen auf Rekordniveau ein“, hatte Amazon am Freitag erklärt.

          „Der Black Friday hat sich in Deutschland mittlerweile zu einem der stärksten Tage im deutschen Einzelhandel entwickelt – online wie auch stationär“, hatte eine Sprecherin der Holding Ceconomy gesagt, der Mediamarkt und Saturn gehören. Ceconomy hatte indes auch schon negative Folgen des Preiskampfs zu spüren bekommen. Im vergangenen Jahr hatten hohe Rabatte der Holding den Gewinn gesenkt. Der damalige Chef Pieter Haas warnte, das aus Amerika importierte Einkaufsfestival dürfe nicht zum „reinen Discount-Event“ werden.

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