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Chip-Sicherheitslücke : Computer laufen nach Updates bis zu zehn Prozent langsamer

Frühere Befürchtungen bestätigen sich: Ältere Chips arbeiten typische Aufgaben bis zu 10 Prozent langsamer ab. Bild: AP

Eine Reihe von Updates sollte die Chip-Sicherheitslücken schließen. Nun bremst die Software die Computer aus. Intel bezeichnet den Einfluss als „nicht signifikant“ – doch Verbrauchern fällt er durchaus auf.

          Die gravierenden Sicherheitslücken in Computerchips machen Herstellern und Verbrauchern zu schaffen. Zwar wurden inzwischen eine Reihe von Update-Programmen veröffentlicht, welche die Lecks schließen sollen. Nun bestätigen sich frühere Befürchtungen, dass diese Software die Computer ausbremst. Allerdings nur in relativ geringem Ausmaß und vor allem in Geräten mit älteren Prozessoren, wie der in erster Linie betroffene Hersteller Intel bekanntgab.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Konzern veröffentlichte eine ausführliche Datentabelle. Danach arbeiten die älteren Chips typische Aufgaben bis zu 10 Prozent langsamer ab, nachdem sie Sicherheitspatches erhalten haben. Die Daten beziehen sich auf drei Generationen von Prozessoren bis zurück in das Jahr 2015. „Wir hatten schon vorher die Erwartung geäußert, dass der Einfluss auf die Performance für den durchschnittlichen Computernutzer nicht signifikant ist, und die jetzigen Daten unterstützen diese Erwartung“, sagte Intel-Manager Navin Shenoy.

          Häufigere Aktualisierungen und Neustarts

          Allerdings fallen die von Intel auf den Markt gebrachten Schutz-Updates gegen die Lücken „Meltdown“ (Kernschmelze) und „Spectre“ (Gespenst) Computernutzern durchaus auf. So verlangt etwa das Microsoft-Betriebssystem Windows 10 häufiger nach Softwareaktualisierungen als früher. Vor allem bei Computern, die von den älteren Prozessorvarianten Broadwell und Haswell gesteuert werden, seien häufigere Neustarts nötig, teilte Intel mit. Möglicherweise müssten deshalb neue Updates entwickelt werden.

          In der vergangenen Woche hatten Forscher über Schwachstellen in Computerchips berichtet, über die Hacker an vertrauliche Nutzerdaten von PCs, Smartphones und anderen Geräten gelangen könnten. Betroffen sind neben Marktführer Intel auch die Hersteller Advanced Micro Devices und ARM Holdings. Als Reaktion auf dieses Sicherheitsdebakel sagte Intel-Chef Brian Krzanich mehr Transparenz zu. Der Konzern werde häufig Informationen über die Verbreitung der nötigen Software-Updates und ihre Wirkung auf die Leistung der Computer veröffentlichen, schrieb Krzanich in einem offenen Brief. Außerdem versicherte er, dass das Chipunternehmen verantwortungsvoll über neue Schwachstellen informieren werde.

          Krzanich bekräftigte, dass Intel bis zum 15. Januar Sicherheits-Aktualisierungen für 90 Prozent seiner Prozessoren aus den vergangenen fünf Jahren veröffentlichen werde. Die 2017 entdeckte Sicherheitslücke war von Unternehmen der Branche bis Anfang Januar geheim gehalten worden, um sie zu studieren und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. AMD räumte ein, dass auch seine Prozessoren nicht ganz gegen die Sicherheitslücke immun sind.

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