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Cloudanbieter : IBM und das Bekenntnis zur freien Software

„Die Übernahme von Red Hat zeigt unser Bekenntnis zu Open Source“: IBM-Deutschland-Chef Matthias Hartmann Bild: dpa

Junge Tech-Konzerne machen dem alten Marktführer IBM zu schaffen. Der Chef des Deutschland-Geschäfts Matthias Hartmann verbreitet dennoch Zuversicht und setzt auf die Anpassungsfähigkeit des Personals.

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          Es gibt Technologiekonzerne, die in den neunziger Jahren gegründet worden sind, sich als jung und hip vermarkten und ihre Fachtagungen wie Festivals gestalten. Und es gibt IBM. 108 Jahre sind inzwischen vergangen, seitdem „Big Blue“ startete, damals mit Lochkartenmaschinen. Inzwischen könnte man meinen, die modernen Zeiten bekommen dem langjährigen Weltmarktführer nicht. Denn in den vergangenen fünf Jahren hat IBM knapp ein Fünftel seines Umsatzes verloren und seinen Börsenwert annähernd halbiert. Ende des vergangenen Jahres bejubelte die Börse, dass IBM zum ersten Mal seit 2011 wieder eine Steigerung seines Jahresumsatzes vermelden konnte – um dann in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres wieder Rückgänge melden zu müssen. Im Umsatz überflügelt der deutlich jüngere Rivale Amazon den Konzern inzwischen fast um das Dreifache.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Ich glaube, dass die IBM wieder einmal eine Phase durchschritten hat, in der sie sich neu definieren musste“, sagt dazu Matthias Hartmann. Der 53-Jährige ist Deutschland-Chef von IBM und auch für das Geschäft in Österreich und der Schweiz zuständig. Im F.A.Z.-Gespräch betont er, dass er sein Unternehmen für die Zukunft gut gerüstet sieht, gerade im wichtigen Cloudgeschäft, also der Verlagerung von IT-Kapazitäten ins Internet. „Wir haben unser Portfolio ganz klar geschärft – und uns von verschiedenen Geschäftsbereichen bewusst getrennt.“

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