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Cyberangriff : Bundesregierung sichert Computer gegen Chip-Lücke

  • Aktualisiert am

Intel-Chips stehen im Mittelpunkt der nun bekannt gewordenen Lücke. Bild: STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Von der Lücke in Computerchips sind unzählige Handys und Rechner betroffen, auch die der Regierung in Berlin. Ist das deutsche Regierungsnetz sicher?

          2 Min.

          Nach der Entdeckung von Sicherheitslücken auf den Standard-Chips für Computer und Handys bemüht sich die Bundesregierung, ihre sensible Kommunikation gegen Hacker-Attacken abzusichern. „Ich kann ihnen sagen, dass daran jetzt mit Hochdruck gearbeitet wird“, sagte der Sprecher des Innenministeriums an diesem Freitag in Berlin.

          Er gehe jedoch aktuell nicht von einer erhöhten Gefährdung der Regierungskommunikation aus. Damit Hacker die Hardware-Schwachstellen ausnutzen könnten, müssten sie zunächst über eine Cyber-Attacke ins Regierungsnetz eindringen. Und dieses sei gegen solche Angriffe ausgezeichnet geschützt.

          Zuvor war bekanntgeworden, dass auch iPhones, iPads, MacBooks und MacPCs von den Sicherheitslücken betroffen sind. Der Hersteller Apple kündigte für die kommenden Tage ein Update an, um die Schwachstellen zu beseitigen.

          Was folgt?

          Das deutsche Regierungsnetz wurde nach Angaben des für die IT-Sicherheit zuständigen Bundesinnenministeriums wohl noch nicht unter Ausnutzung der Sicherheitslücken auf den Chips attackiert. „Uns ist bis jetzt nicht bekannt, dass eine entsprechende Schutzlücke ausgenutzt wurde im Rahmen eines Angriffsszenarios gegen das Regierungskommunikationsnetz“, so der Sprecher weiter.

          Hundertprozentige Sicherheit könne es zwar gerade im IT-Bereich nie geben. Das Regierungsnetz sei jedoch schon heute stark geschützt. „Da sind wir eigentlich sehr gut aufgestellt und sehr guter Dinge, dass unsere Systeme so gehärtet sind, dass solche Angriffe in der Regel nicht von Erfolg gekrönt sein werden.“ Ungeachtet dessen würden die Schutzmaßnahmen wegen des aktuellen Falls abermals überprüft.

          Auch Apple ist nach eigenen Angaben kein erfolgreicher Angriff auf seine Geräte über die Sicherheitslücken auf den Chips bekannt. Experten hatten am Mittwoch Einzelheiten zu zwei Hardware-Schwachstellen mit den Namen „Meltdown“ und „Spectre“ veröffentlicht. Während „Meltdown“ nur bei Mikroprozessoren des Branchenführers Intel ein Problem ist, betrifft „Spectre“ praktisch alle Chips, die in den vergangenen Jahren hergestellt wurden.

          Macs, iPhones und iPads sind Apple zufolge von beiden Problemen betroffen. Die aktuellen Versionen des Betriebssystems iOS schützen demnach zumindest vor „Meltdown“, ohne die Geräte zu verlangsamen. Damit bleibt die Sicherheitslücke „Spectre“, die bei Browsern zum Problem werden kann. Experten zufolge könnten Hacker dank „Spectre“ Programme so manipulieren, dass wichtige Daten preisgegeben werden. Die Lücke ist zwar nicht so gefährlich wie „Meltdown“, aber schwieriger zu beheben.

          Die Probleme dürften auf die Hersteller auch wirtschaftliche Auswirkungen haben: Der Intel-Aktienkurs gab innerhalb von zwei Tagen um insgesamt mehr als fünf Prozent nach. Apple hielt sich zunächst mehr als einen Tag lang bedeckt. Dies könnte sich auf die Bemühungen des iPhone-Herstellers auswirken, für Geschäftskunden attraktiver zu werden, bemängelte der Experte Ben Johnson von der Sicherheitsfirma Carbon Black. Wenn Mitarbeiter und Manager von den eigenen Experten keine Antwort bekämen, „erzeugt das nicht gerade viel Vertrauen“.

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