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Laut Sicherheitsunternehmen : Chinesische Hacker griffen angeblich Telekommunikationsnetze an

  • Aktualisiert am

Eine Person tippt auf ihrem Laptop. Chinesische Hacker sollen die Netze von Telekommunikationsunternehmen angegriffen haben. Bild: AP

Chinesische Hacker sollen Telekommunikationsunternehmen in 30 Ländern angegriffen haben. Das berichtet ein Sicherheitsunternehmen. Auch Politiker könnten betroffen sein.

          Hacker sind einem amerikanisch-israelischen Sicherheitsunternehmen zufolge in mehr als 30 Ländern in die Systeme von insgesamt zehn Telekommunikationsunternehmen eingedrungen. Dabei seien große Mengen an persönlichen Daten sowie Unternehmensinformationen gestohlen worden, teilte die Gesellschaft Cybereason am Dienstag mit. Drahtzieher soll die chinesische Regierung sein. „Bei diesem Komplexitätsgrad ist es keine kriminelle Gruppe“, sagte Cybereason-Chef Lior Div. Nur eine Regierung habe die Fähigkeiten, diese Art von Angriff zu fahren. Erste Spuren führen demnach nach China. 

          Dem Sicherheitsunternehmen zufolge wurden mehr als ein Dutzend global aufgestellter Telekommunikationsunternehmen angegriffen. Die Namen der betroffenen Konzerne wurden nicht genannt. Gegenüber dem amerikanischen Technologieportal Techcrunch begründet Lior Div das damit, dass Attacken immer noch laufen. Neben großen Telekommunikationsunternehmen sollen zudem kleinere Unternehmen in „einzigartigen und interessanten“ Lagen betroffen sein. Er sprach daher von strategischen Zielen der Hacker.  

          Ziel sei gewesen, Informationen über Einzelpersonen in Regierungen, Politik oder bei Strafverfolgungsbehörden zu sammeln. Die Hacker hätten die internen IT-Netzwerke der Konzerne angezapft und sich zum Teil Zugriff auf jeden Benutzernamen und jedes Kennwort verschafft. Dadurch seien sie an persönliche Daten wie etwa Rechnungen gekommen. Auch sollen sie Zugriff auf die Anrufprotokolle mehrerer Personen haben, teilte Cybereason in einem Blog-Beitrag mit. Somit sollen die Hacker theoretisch in der Lage sein, die betroffenen Personen ständig zu orten.

          China im Visier

          Die Angriffe auf Telekommunikationsunternehmen sollen bereits seit 2017 laufen. Aufgefallen sind sie zum ersten mal vor rund einem Jahr. Danach habe Cybereason die betroffenen Unternehmen unterstützt, die Angriffe abzuwehren. Das Sicherheitsunternehmen, das in Israel gegründet wurde und nun seinen Sitz in Boston hat, macht China für die Angriffe verantwortlich. Darauf deuten besonders die verwendeten Programme hin, die zuvor häufig von der chinesischen Cyberspionagegruppe APT10 verwendet. Allerdings wird auch eingeräumt, dass jemand diese Programmtypen verwenden könnten, damit der Verdacht entsteht, China würde hinter den Angriffen stecken.

          Westliche Staaten verdächtigen China seit Jahren, hinter Cyber-Angriffen zu stehen, um zu Spionagezwecken an unternehmen- und personenbezogene Daten zu kommen. Experten zufolge stehen westeuropäische Telekommunikationsunternehmen zunehmend im Visier der Hacker. Die Regierung in China hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen.

          Besonders mit Blick auf den Handelsstreit zwischen Amerika und China sind die nun bekannt gewordenen Hackerangriffe heikel. Amerika hat das chinesische Telekommunikationsunternehmen Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Handelsbeziehungen strengen Kontrollen unterliegen. Begründet wird dieser Schritt vor allem mit Sicherheitsbedenken. 

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