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Messe CES : Innovationsschau mit politischer Note

Gerade die Autobranche ist in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten Ausstellergruppen geworden, ein Stück weit stiehlt die CES mittlerweile sogar der Automesse in Detroit die Schau, die nur wenige Tage danach beginnt. Jim Hackett, der Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Autoherstellers Ford, wird in Las Vegas eine der Hauptreden („Keynotes“) halten. Die Daimler AG will ein neues Infotainment-System vorstellen, das mit Künstlicher Intelligenz arbeitet. Daneben zeigen aus deutscher Sicht diesmal vor allem Zulieferer Flagge. Auf dem Programm stehen Pressekonferenzen von Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen.

Konzentration auf „Smart Cities“

Bosch will sich indessen nicht auf Angebote für die Autobranche beschränken, sondern zeigt auch Lösungen auf anderen bedeutenden Gebieten der vernetzten Welt, die in Las Vegas eine große Rolle spielen. Etwa „Smart Cities“, also intelligente Städte, in denen Digitalisierung das Leben prägt und angenehmer machen soll. Eine Sparte der Alphabet-Holding um den Internetkonzern Google hat diesem Feld kürzlich große Aufmerksamkeit beschert, als sie ankündigte, im kanadischen Toronto einen ganz neuen Stadtbezirk mit „allgegenwärtiger Vernetzung“ schaffen zu wollen. Auf der CES wird es nun erstmals eine Sonderschau zu dem Thema geben, auf der auch Bosch vertreten sein wird. Die Deutschen stellen zum Beispiel digitale Lösungen vor, die Städten dabei helfen, ihren Energieverbrauch zu regeln, oder sie vor Überflutungen warnen.

Einer der Hauptredner in Las Vegas: Jim Hackett, der Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Autoherstellers Ford

Ein anderes zentrales Thema auf der CES wird das „Smart Home“ sein, also das intelligente Zuhause, in dem viele Gegenstände wie Lichtschalter oder Thermostate mit dem Internet verbunden sind. Nach Jahren, in denen Ideen wie digital aufgerüstete Kühlschränke, die selbständig Lebensmittel nachbestellen, belächelt wurden, scheint die Vernetzung des Haushalts nun doch in der breiten Masse anzukommen.

Einen wesentlichen Anteil daran haben digitale Assistenzsysteme wie der vom Online-Händler Amazon.com stammende „Echo“-Lautsprecher mit der zugehörigen Software „Alexa“ sowie die damit konkurrierenden Angebote von Google mit dem Namen „Google Home“ und „Google Assistant“. Diese mit Sprachbefehlen gesteuerten Produkte erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Der Branchenverband Consumer Technology Association, der die CES veranstaltet, schätzt, dass sich der Absatz von Assistenzgeräten wie Echo und Google Home in Amerika im abgelaufenen Jahr auf 25 Millionen Exemplare mehr als verdreifacht hat. Derweil versuchen Google und Amazon, ihre Assistenzsoftware auch in immer mehr internetfähigen Geräten anderer Hersteller unterzubringen. Bosch integriert Alexa zum Beispiel in vernetzte Kameras für den Haushalt.

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Das Bemühen, Allianzen für ihre digitalen Helfer zu schließen, dürfte ein Grund sein, warum Google und Amazon diesmal auf der CES mit eigenen Ständen Flagge zeigen. Sie tun das sogar an einem sehr prominenten Ort, im Außenbereich des Kongresszentrums, fast direkt gegenüber voneinander. Aus dem Ausstellerverzeichnis geht hervor, dass sich diese Stände um die Assistenzsysteme der Unternehmen drehen sollen. Aus Sicht der Messe ist die Anwesenheit von Google und Amazon ein Coup. Denn so bedeutend sie als größter Branchentreff auf amerikanischem Boden ist: Es galt in den vergangenen Jahren als Makel für sie, dass einige der bekanntesten Vertreter der heimischen Technologiebranche ihr fernblieben – etwa der Elektronikkonzern Apple, der sich das Spektakel traditionell spart und seine Produktneuheiten lieber auf hauseigenen Veranstaltungen inszeniert. Zwischenzeitlich hat auch der Softwarespezialist Microsoft, der viele Jahre zu den prominentesten Ausstellern gehörte, der CES den Rücken gekehrt, er hat allerdings heute wieder eine kleinere Präsenz. Google und Amazon werden nun mit ihrer Anwesenheit dafür sorgen, dass die CES in diesem Jahr noch etwas mehr Relevanz reklamieren kann.

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