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Sheryl Sandberg : Bundestag will Facebook-Chefin vorladen

Sheryl Sandberg ist die Nummer zwei des sozialen Netzwerks Facebook – direkt hinter Mark Zuckerberg. Bild: Reuters

Facebook-Vertreter haben vor dem Bundestag Stellung genommen zum Daten-Skandal. Abgeordnete reagierten empört. Ein CDU-Politiker erklärt gegenüber FAZ.NET, wieso und was er nun vorhat.

          In der Affäre um missbrauchte Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern durch das Unternehmen Cambridge Analytika will der Bundestag jetzt die Konzernführung des sozialen Netzwerks vorladen. Nachdem der Ausschuss Digitale Agenda an diesem Freitag praktisch keine Antworten von Angestellten des Facebook-Hauptstadtbüros erhalten hatte, soll nun die Geschäftsführerin Sheryl Sandberg angehört werden, sagte Thomas Jarzombek (CDU) gegenüber FAZ.NET.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

          „Die Facebook-Vertreter haben unterm Strich vorgelesen, was in den Pressetexten steht”, sagte der Politiker. Das Unternehmen meint, es habe keine Gesetze gebrochen, wohl aber „Fehler“ begangen.

          Auf Nachfrage, was der „Fehler“ sei, habe der Konzern in der Anhörung zur Empörung der Teilnehmer auf einen jüngst ausgestiegenen Werbekunden, die Commerzbank, verwiesen. „Es kann doch nicht der ethische Maßstab sein, dass mit der Commerzbank ein großer Werbekunde abgesprungen ist“, sagt Jarzombek.

          Zudem glaube er nicht daran, dass es keinen Rechtsbruch gab. „Wenn der Konzern 2015 schon wusste, dass Daten weitergegeben wurden, hätten sie das zumindest bei deutschen Nutzern berichten müssen.“ Allerdings gaben die Facebook-Vertreter an, dass das Datenleck keine deutschen Nutzer betreffe – soweit es ihnen bekannt sei.

          Das Unternehmen hatte zwei Politikberater geschickt. Die deutsche Chef-Lobbyistin Eva-Maria Kirschsieper befindet sich in Elternzeit. Dennoch sorgte der Auftritt für Frust unter den Abgeordneten. „Die Aufstellung war eine Katastrophe. Facebook nimmt die Ansprüche in Deutschland und Europa nicht ernst”, meint Jarzombek. Es zeichne sich derselbe Ablauf wie beim NetzDG ab. „Facebook wird sich erst nach massivem Druck bewegen. Jetzt fahren sie wieder die Minimalstrategie.“

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