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Versteigerung im März : Diese vier Konzerne sind im Rennen um 5G-Frequenzen

  • Aktualisiert am

Ein 5G-Schild auf dem Mobile World Congress in Barcelona (MWC) Bild: AFP

Die Bundesnetzagentur hat den Starttermin für die Versteigerung der 5G-Frequenzen angekündigt und vier Unternehmen zugelassen. Der Vodafone-Chef warnt indes: Ohne Huawei verzögert sich der Ausbau um Jahre.

          Die Bundesnetzagentur hat ungeachtet ausstehender Gerichtsentscheidungen zur Versteigerung von 5G-Mobilfunkfrequenzen den 19. März als Start für die Auktion festgelegt. Der Weg für den Auftakt der Auktion sei „grundsätzlich frei“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am Montag in Bonn. Die Behörde ließ wie erwartet vier Bewerber zu der Auktion zu: Neben den Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica kann der Neueinsteiger 1&1 Drillisch mitbieten.

          Ob die Versteigerung tatsächlich wie geplant beginne, hänge aber davon ab, ob die noch eingereichten Eilanträge bei Gericht eine Verschiebung notwendig machten. Ingesamt würden 420 Megahertz aus den Bereichen 2 Gigahertz und 3,6 Gigahertz versteigert. Die Bundesnetzagentur erwarte einen raschen bedarfsgerechten Ausbau der Netze.

          Die Behörde habe geprüft, ob die Antragsteller über die Fähigkeiten und Mittel für einen bundesweiten Netzausbau verfügten. „Mit der Zulassung der Drillisch Netz AG erhält ein weiteres Unternehmen die Chance, Frequenzen zu erwerben und den Wettbewerb zu stärken“, hieß es nun. Die Versteigerung solle eine frühzeitige Nutzbarkeit der Frequenzen sicherstellen und einen schnellen, flexiblen und bedarfsgerechten 5G-Rollout in Deutschland ermöglichen, betonte die Bundesnetzagentur. Die Auktion ist in Mainz geplant, wo die Technikzentrale der Behörde angesiedelt ist.

          Ausbau könnte sich um zwei Jahre verzögern

          Telekom, Vodafone und Telefónica wollen den Versteigerungstermin allerdings kippen. Sie haben beim Verwaltungsgericht Köln Eilanträge gegen die von der Bundesnetzagentur beschlossenen Auktionsregeln gestellt. Deshalb sei offen, „ob eine gerichtliche Entscheidung eine zeitliche Verschiebung notwendig macht“, sagte Homann einer Mitteilung zufolge. Wann das Gericht über die Eilanträge entscheidet, steht
          nach Angaben einer Gerichtssprecherin noch nicht fest. Das Regelwerk sieht Ausbaupflichten für die Konzerne vor sowie die Möglichkeit, dass sie bestimmte Antennen für Konkurrenten öffnen müssen. Dagegen laufen die Netzbetreiber Sturm.

          5G – die 5. Mobilfunkgeneration – hat vor allem für die deutsche Industrie eine große Bedeutung, etwa für vernetzte Fabriken. 5G soll weltweit den Weg für künftige Schlüsseltechnologien wie Industrie 4.0 und autonomes Fahren bereiten. Noch offen ist weiterhin, ob Huawei wie schon in Amerika auch in Deutschland von dem Ausbau der Netze ausgeschlossen werden soll.

          Ein Verzicht auf Netzwerk-Technik des umstrittenen chinesischen Ausrüsters in Mobilfunk-Netzen könnte nach Einschätzung von Vodafone-Chef Nick Read die Einführung des schnellen 5G-Datenfunks in Europa um zwei Jahre verzögern. Der größte negative Effekt in diesem Falle wäre der nötige großangelegte Austausch von Technik in der Infrastruktur, sagte Read am Montag auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

          Der Chef des britischen Mobilfunk-Konzerns sieht bei einem Ausschluss von Huawei auch ein Versorgungsproblem für die Industrie. Nach einer Konzentrationswelle gäbe es jetzt nur noch drei große Netzwerk-Ausrüster. Wenn man davon nur noch auf zwei zugreifen könnte – Ericsson und Nokia – wäre das schlecht für Innovationen und Versorgungssicherheit.

          Huawei steht derzeit dagegen wegen Sicherheitsbedenken im Westen unter Druck. Vor allem aus den den Vereinigten Staaten wird vor Industriespionage sowie einem möglichen Einfluss des chinesischen Staates auf das Unternehmen gewarnt. Huawei weist die Anschuldigungen zurück. Er habe keine Belege für die Vorwürfe gesehen und die Amerikaner müssten sie zuständigen europäischen Stellen vorlegen, sagte Read. Der Austausch von Huawei-Technik durch Geräte von Nokia im Kernnetz in Deutschland sei bereits vor zwei Jahren aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten beschlossen worden, sagte Read. Der Prozess sei jetzt abgeschlossen.

          Die Vodafone-Zentrale solle indes auch nach dem Brexit in Großbritannien bleiben, sagte Read. Das Land bleibe „ein großartiger Ort für ein Hauptquartier und wir planen keine Änderungen“.

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