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Boten wären teurer : Die Rohrpost saust durchs Kanzleramt

Ab durchs Kanzleramt? Nein, diese Rohrpost saust durch die Medizinische Hochschule Hannover. Bild: dpa

Das Bundeskanzleramt setzt auf die gute, alte Rohrpost: Die einzige Alternative wären Boten, meint Digitalstaatsministerin Bär. Die FDP kritisiert. Doch die Rohrpost hat ihre Stärken.

          Die erste Rohrpost soll 1853 an der Londoner Börse erfunden worden sein. In manchen Kommunikationsmuseen lässt sich die Technik noch bestaunen. Doch auch im Bundeskanzleramt schwört man noch auf die gute alte Rohrpost, aller Emails und Chatdienste zum Trotz: „Eine kostengünstigere Form der Übermittlung ist bis zur Einführung der elektronischen Akte im Bundeskanzleramt nicht vorhanden“, so verteidigt ausgerechnet die Digitalstaatsministerin Dorothee Bär von der CSU die Nutzung der Rohrpost im Kanzleramt laut „Saarbrücker Zeitung“.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Monat würden 2400 Vorgänge mit der Rohrpost übermittelt, berichtet die Digitalpolitikerin in ihrer Antwort auf eine Anfrage der FDP. Das sind etwa 100 Sendungen je Arbeitstag, die durch die Röhren des Kanzleramts gedrückt werden.

          Bär sieht nur eine Alternative – und die ist sogar noch älter: Drei zusätzliche Boten müsste das Kanzleramt anstellen, würde es die Rohrpost abschaffen. Das würde aber teuer werden: 137.000 Euro an Personalkosten würden dann im Jahr anfallen. Die Rohrpostanlage zu warten, sei dagegen deutlich günstiger, das koste im Jahr nur zwischen 9000 und 12.000 Euro, rechnet Bär vor.

          Doch nicht nur der Preis dürfte ausschlaggebend sein. Das Bundeskanzleramt offenbart damit Weitblick. Auch der Staatsministerin Bär gebührt Lob, auch wenn der FDP-Politiker Marco Buschmann die Rohrpost „antiquiert“ nennt. Die Rohrpost hat noch einen weiteren Vorteil – sie ist gegen Hackerangriffe immun.

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