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Bosch investiert : Eine Milliarde für die Chipfabrik der Zukunft

  • -Aktualisiert am

Dresden als Motor der Mikroelektronik

Mit der Fertigstellung des Werkes sollen bis zu 700 Mitarbeiter in Dresden arbeiten und die hochautomatisierte Chipfertigung planen, steuern und überwachen. Die neue Fabrik wird zu den Vorreitern der vernetzten Produktion zählen; dem Unternehmen zufolge analysieren die hochautomatisierten Fertigungsanlagen ihre Prozessdaten selbst, um so Abläufe zu optimieren, die Qualität zu steigern und die Herstellungskosten zu senken. Schon heute stellt Bosch deshalb Experten für Halbleitertechnik, Prozessingenieure, Mathematiker und Softwareentwickler für seinen neuen Standort ein. Dresden sei „zunächst mal als Produktionsstandort vorgesehen“, sagte Hoheisel. Zwar sei „eine kleine Forschungsabteilung schon da“, ob die Stadt aber künftig auch ein Forschungs- und Entwicklungsstandort für die Firma werde, ließ er offen.

Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte, dass Sachsen schon seit der Wiedervereinigung am Standort Dresden auf Mikroelektronik gesetzt habe, woraus ein heute in Europa einzigartiges Cluster aus Zulieferern, Dienstleistern, Anwendern sowie Universitäten mit technologischer Expertise entstanden sei. „Wir haben mit Hochschulen und in der Forschung die Grundlagen dafür geschaffen, dass man in diesem Bereich an Dresden nicht vorbeikommt“, sagte Kretschmer und verwies sowohl auf „exzellent ausgebildete Fachkräfte“ als auch auf vorhandene Grundstücksflächen „zu günstigen Konditionen“. Die Entscheidung von Bosch markiere einen wichtigen Meilenstein, trage sie doch „entscheidend mit dazu bei, dass die gesamte europäische Industrie auch künftig bei Zukunftstechnologien ganz weit vorne mitspielt.“ Hoheisel sagte, dass sich Dresden „zweifellos als Motor der Mikroelektronik in Europa etabliert hat“ und deshalb „weltweit erste Wahl für die Ansiedlungsentscheidung“ gewesen sei.

In der Unterhaltungselektronik hat Deutschland das Rennen verloren

Diese wiederum wäre wohl ohne Unterstützung vor allem des Bundes sowie eine bisher einzigartigen Ausnahme der Europäischen Union von beihilferechtlichen Begrenzungen kaum so gefallen. Es gehe darum, die Position Deutschlands und Europas in der Mikroelektronik auf den Weltmärkten zu sichern und auszubauen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, weshalb der Bund die Investition „mit einem Betrag im dreistelligen Millionenbereich“ fördern wolle; die exakte Summe stehe jedoch erst nach Abschluss der beihilferechtlichen Prüfung durch die EU fest. Insgesamt wolle die Bundesregierung rund eine Milliarde Euro Unterstützung für Mikroelektronik-Projekte zur Verfügung stellen.

Es gehe um Industriearbeitsplätze in einem hochinnovativen Bereich mit enormer Wertschöpfung, begründete Altmaier das Engagement des Bundes. Deutschland und Europa hätten eine sehr gute Forschungslandschaft, aber es gehe vor allem auch um die industrielle Herstellung und Anwendung von Mikroelektronik. „Wir ringen um die industriepolitische Zukunft unseres Kontinents“, sagte der Bundesminister. Im Automobilbau, in der chemischen und der optischen Industrie sei Deutschland zwar nach wie vor führend. In der Unterhaltungselektronik jedoch habe man seinerzeit den Vorsprung verloren, weil die Zeichen der Zeit nicht erkannt worden seien. „Bei der Mikroelektronik dürfen wir diesen Fehler nicht wiederholen.“

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