https://www.faz.net/-gqe-9gkso

Vorladung wegen Börsengang : Amerikas Justiz ermittelt gegen Snap

  • Aktualisiert am

Die Zeiten waren bei Snap mal rosiger. Bild: dpa

Snap ist in der Krise. Jetzt kommt der nächste Schlag gegen den Snapchat-Betreiber: Die Börsenaufsicht und das Justizministerium laden das Unternehmen vor. Der Aktienkurs fällt weiter.

          Es war ein Blockbuster-Börsengang. Im März 2017 ging Snap, das Unternehmen hinter der Snapchat-App, an die Börse. Der Aktienkurs ging durch die Decke, das Unternehmen war zwischenzeitlich mehr als 30 Milliarden Dollar wert.

          Die Zeiten sind vorbei. Inzwischen wird das Unternehmen an der Börse noch mit etwa 8,5 Milliarden Dollar bewertet. Das ist weniger als ein Drittel des Werts aus dem März 2017. Die ersten Analysten spekulieren schon über eine mögliche Übernahme durch Amazon, Facebook oder Google, wobei Amazon als Favorit gesehen wird. Schon im nächsten Jahr könnte dem Unternehmen das Geld ausgehen, heißt es. Nach wie vor schreibt Snap tiefrote Zahlen.

          Nicht ganz sauberer Erfolg?

          Und nun holt den Facebook-Rivalen auch der Börsengang wieder ein. Denn womöglich kam der Erfolg nicht ganz sauber zustande. Wie der amerikanische Konzern in der Nacht zu Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, seien Snap Vorladungen vom Justizministerium und von der Börsenaufsicht SEC zugestellt worden. Grund dafür seien die Informationen, die Snap der Öffentlichkeit vor dem Börsengang zur Verfügung gestellt hat. Die genauen Hintergründe sind unklar. Snap kooperiere mit den Behörden.

          Snap geht davon aus, dass die laufenden Ermittlungen sich mit den Vorwürfen einiger Aktionäre beschäftigen. Die werfen Snap in einer Sammelklage vor, die Öffentlichkeit vor dem Börsengang bezüglich der Wettbewerbssituation, der Mitgliederzahlen und der Smartphonenutzung in die Irre geleitet zu haben. Zudem habe Snap die Konkurrenz durch die Facebook-Tochter Instagram heruntergespielt.

          Einige Beobachter entgegnen dem Vorwurf, Snap habe deutlich klar gemacht, dass es sich in einem umkämpften Markt befinde. In dem Registrierungsdokument für den Börsengang, das das Unternehmen am 2. Februar 2017 eingereicht hat, heißt es beispielsweise: „Unser Geschäft ist sehr umkämpft.“ Dazu zählten auch größere, etabliertere Unternehmen wie Apple, Facebook mit Instagram, Google und Twitter.

          Vorbörslich verlor die Snap-Aktie um 4 Prozent und wäre damit noch 6,46 Dollar wert. Der Ausgabepreis beim Börsengang betrug 17 Dollar.

          Weitere Themen

          Greenpeace protestiert gegen Kohleabbau Video-Seite öffnen

          An RWE-Zentrale in Essen : Greenpeace protestiert gegen Kohleabbau

          Aus selbst ausgewerteten Sattelitenbildern ginge laut Greenpeace hervor, dass sich RWEs Kohlebagger täglich weiter an den Hambacher Wald und die bedrohten Ortschaften heranbaggerten. RWE-Vorsitzender Frank Weigand dementierte die Vorwürfe.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.