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Autonomes Fahren : Die Hacker fahren schon mit

Hände weg vom Steuer: Moderne Technik macht selbstfahrende Autos möglich – und bietet Angreifern über das Netz viele Einfallstore. Bild: MARVIN SHAOUNI/The New York Time

Die Autobranche berauscht sich derzeit an den Chancen, die das autonome Fahren für die Gesellschaft bietet. Doch die Lücken für Hackerangriffe sind groß – und die Scheu vor Investitionen in die Sicherheit ebenso.

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          Ein Tag in der Zukunft, auf der Autobahn. Bei Tempo 150 auf der linken Spur, das Fahrzeug rollt von allein, blinkt in der Mittelkonsole eine Nachricht auf: „Wir haben die Kontrolle über Gas und Bremse erlangt – wie viel ist dir dein Leben wert? Mit 5000 Euro kommst du günstig davon, schick das Geld an diese verschlüsselte Adresse...“. 400 Kilometer entfernt klingelt das Telefon eines Managers, der die Geschäfte eines Logistikers leitet. Die IT-Abteilung ist in der Leitung, und sie ist ratlos. Die autonom fahrende Lastwagen-Flotte wurde umgeleitet, in den IT-Systemen ist nicht nachprüfbar, wohin. Auch die Kameras, die den Verkehr überwachen, würden zwischenzeitlich abgeschaltet. Die Laster mitsamt der Ladung: wie vom Erdboden verschluckt.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Das ist eine sehr pessimistische Vorstellung davon, wie Hackerangriffe auf autonom fahrende Fahrzeuge aussehen könnten. Doch es ist keine Panikmache, denn die Bedrohung ist real. Sowohl die europäische Cybersicherheitsagentur Enisa als auch die Wirtschaftskommission für Europa UNECE haben unlängst in Forschungspapieren Angriffsszenarien und mögliche Schwachstellen von vernetzten Fahrzeugen analysiert. Bald will die Enisa ihren Leitfaden für die Automobilindustrie und die Regulatoren auch auf autonom fahrende Fahrzeuge erweitern.

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