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Um Reichweite zu erhöhen : Auf Snapchat gibt es bald Mini-TV-Shows zu sehen

  • Aktualisiert am

Snapchat kämpft gegen sinkende Nutzerzahlen. Bild: Reuters

Snapchat kämpft gegen sinkende Nutzerzahlen. Um attraktiv zu bleiben, startete das Unternehmen in Amerika mit den „Shows“ ein TV-ähnliches Format. Jetzt soll der Dienst auch nach Deutschland kommen.

          Snapchat will nun auch in Deutschland mit einem TV-ähnlichen Format seine Reichweite steigern, das vor einem Jahr in Amerika eingeführt wurde. Im „Entdecken“-Bereich der Snapchat-App erscheinen künftig auch bei Nutzern in Deutschland die neuen „Shows“. Diese Vertikal-Videos sind zwischen drei und sieben Minuten lang. Sie enthalten zum Teil animierte Grafiken und sind im Vergleich zu üblichen TV-Sendungen viel schneller geschnitten.

          Zum Start des Formats in Deutschland sind acht Medienmarken mit dabei: Axel Springer mit „Bild Fußball“, Brainpool TV („LUKE! Die Woche und ich“), Promiflash mit „Celebrity News“, funk, Load Studios, Onefootball, Spiegel („Bento Mic Drop“), Tastemade und ze.tt aus der Zeit-Verlagsgruppe („Out Now!“).

          „Shows“ gehört zum Bereich „Discover“ („Entdecken“), der im Januar 2015 vom Snapchat-Unternehmen Snap mit 18 Markenpartnern gestartet wurde. Inzwischen produzieren nach Angaben von Snap weltweit über 100 Medienpartner dort Inhalte, die vor allem aus animierten Bildern und verlinkten Webseiten bestehen. Das TV-inspirierte Format „Shows“ habe dazu beigetragen, die Reichweite der Smartphone-App erheblich auszubauen: Seit Anfang des Jahres habe sich die Sehdauer von „Shows“ auf Snapchat weltweit mehr als verdreifacht.

          In den Vereinigten Staaten produziert das Snapchat-Unternehmen inzwischen unter dem Titel „Snap Originals“ sogar eigene „Shows“. In Deutschland wird Snap als Produzent aber nicht aktiv, sondern überlässt die Rolle Medienhäusern und Produktionsfirmen. „Wir sind gespannt, wie die junge Snapchat-Zielgruppe auf die Show reagieren wird.“, sagte Mark Heywinkel, stellvertretender Redaktionsleiter von ze.tt. Der Online-Jugendkanal der Zeit-Verlagsgruppe präsentiert auf Snapchat die Videoserie „Out Now!“. Darin erzählen junge Menschen von ihrem Coming-out und wie es ihr Leben verändert hat.

          Snap kämpft seit Monaten mit sinkenden Nutzerzahlen. Im ersten Quartal 2018 waren es noch 191 Millionen täglich aktive Nutzer, im dritten Quartal nur noch 186 Millionen. Der Rückgang besorgt die Investoren, wenngleich es finanziell etwas bergauf geht: Die Verluste summieren sich 2018 bisher „nur“ auf umgerechnet etwa 930 Millionen Euro. Mit fast 700 Millionen Euro hat das Unternehmen in neun Monaten zudem schon fast so viel umgesetzt wie im gesamten Jahr 2017.

          Um neue Geschäftsfelder zu erschließen, ging das Unternehmen zuletzt eine Kooperation mit Amazon ein. Wer mit der Kamera in der Snapchat-App ein Produkt ins Visier nimmt, kann sich die Produktseite auf Amazon direkt anzeigen lassen. Inwieweit Snapchat aber von dieser Kooperation wirklich profitiert, ist bislang nicht bekannt. Dementsprechend häufen sich die Stimmen, die das Ende von Snapchat oder zumindest das Ende seiner Unabhängigkeit ausrufen.

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