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Kryptowährung : Amerikas Polizei will mit Bitcoins gegen Kinderpornografie kämpfen

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Ein Botcoin wird derzeit zu Preisen von gut 6500 Dollar gehandelt. Bild: AFP

Kryptowährungen haben für Verbrecher manchen Vorteil. Ein Sheriff in den Vereinigten Staaten rüstet nun entsprechend auf – und erklärt, wieso das zur Strafverfolgung notwendig ist.

          Eine Dienststelle der amerikanischen Polizei schürft Bitcoins, um besser gegen Kinderpornografie vorgehen zu können. Der sexuelle Missbrauch von Kindern im Internet und ähnliche Verbrechen lösten wachsende Besorgnis in seinem Zuständigkeitsbereich aus, sagte Shawn Holloway, der Sheriff des Landkreises Benton County im Bundesstaat Arkansas, einem Bericht des Nachrichtenportals Arkansas Online zufolge.

          Die Kryptowährung sei ein weiteres Instrument, das helfe, die Sicherheit der Gesellschaft zu gewährleisten. „Dem Sheriff-Büro gebührt der Verdienst, ein Pilot-Programm auf den Weg gebracht zu haben mit dem Ziel, Kriminellen diesen sicheren Hafen zu entziehen“, sagte der zuständige Staatsanwalt Nathan Smith demzufolge.

          Der Bitcoin ist die bekannteste Kryptowährung der Welt. Sie kann nicht gedruckt werden, es gibt keine Notenbank. Stattdessen wird sie „geschürft“ – das bedeutet, Computerprogramme erzeugen sie, was seine Zeit dauert.

          Zugleich wachsen allerdings die Möglichkeiten, Bitcoin als (anonymes) Zahlungsmittel einzusetzen. Im legalen Bereich wie im hoch kriminellen. „Personen verkaufen Kinderpornografie im Darknet. Sie akzeptieren nur Bitcoins“, zitiert der Internetdienst „Futurezone“ den Polizisten David Undiano aus einem Gespräch mit dem amerikanischen Sender KHBS: „Wir können also nicht mit der Kreditkarte des Sheriffs Office bezahlen und auch keine Kinderpornografie zum Tausch anbieten. Wir benötigen Bitcoins, um dieses Material zu bekommen und um so die Person zu identifizieren, von der wir sie bekommen. So können wir sie verhaften.“

          Die Methoden der Strafverfolger müssten sich ändern und anpassen, wenn sich die Methoden der Kriminellen ändern, bekräftigte Sheriff Holloway gegenüber „Arkansas Online“. Die Polizisten begeben sich nun ins Darknet, um sowohl „in der Nachbarschaft zu patrouillieren als auch auf den wichtigsten Highways“, beschrieb Olin Rankin die Aufgabe, ein Ermittler aus der Division für Internetkriminalität. Das Pilotprojekt läuft seit April.

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