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Apple und Google betroffen : Apps schicken Facebook heikle Gesundheitsdaten

  • Aktualisiert am

Das Wall Street Journal hat Facebook gründlicher unter die Lupe genommen. Bild: dpa

Droht Facebook der nächste Datenskandal? Viele populäre Apps leiten persönliche Daten an Facebook weiter. Das könnte gegen die DSGVO verstoßen. Der Bundestaat New York ermittelt. Zudem sind geheime Emails von Facebook-Managern im Internet aufgetaucht.

          Viele populäre Apps leiten persönliche Daten von Nutzern direkt an Facebook weiter. Das geht aus Recherchen des Wall Street Journals hervor. Experten gehen davon aus, dass das gegen die DSGVO verstößt. Am Samstag beauftragte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo die Landesministerien für Inneres und Finanzen, die Recherchen des Wall Street Journals zu überprüfen.

          Die App „Instant Heart Rate: HR Monitor“, eine sehr beliebte App zur Überwachung des Herzschlages, leite unmittelbar nach der Erfassung der Herzschlag-Rate die Daten weiter an Facebook, heißt es in dem Bericht. Auch eine von 25 Millionen Frauen genutzte App zur Kontrolle der Periode schicke ihre Daten an Facebook. Die Nutzerinnen würden der App auch mitteilen, wenn sie schwanger werden wollen. Diese Information erhält Facebook dem Bericht zufolge auch. Eine App eines dem Wall Street Journal gehörenden Unternehmens, die Kunden bei der Haus- und Wohnungssuche unterstützt, gebe Facebook Zugang zu Daten wie Lage und Preis der angeschauten und markierten Immobilien. In den meisten Apps hätten die Nutzer keine Möglichkeit, den Datenaustausch abzustellen.

          Facebook reagiert in dem Bericht auf die Recherchen und teilt mit, einige der Apps verstießen damit gegen die Vorgaben von Facebook. Der Konzern habe die App-Betreiber aufgefordert, die Daten nicht weiter an Facebook zu schicken. Facebook erhält die Daten dem Artikel zufolge durch ein Analyse-Werkzeug, das den App-Entwicklern erlaubt, die Aktivitäten der Nutzer nachzuvollziehen und personalisierte Facebook-Werbung zu zeigen.

          Verstoß gegen die DSGVO

          Ein niederländischer Jura-Professor sagte gegenüber der Zeitung, sowohl Facebook als auch die App-Entwickler würden die Zustimmung der Nutzer benötigen. Da diese nicht vorgelegen habe, dürften die Unternehmen gegen die DSGVO verstoßen haben. Facebook bestreitet das.

          Die Recherche wirft auch ein schlechtes Licht auf Google und Apple, die die beiden größten App-Stores betreiben, in denen Nutzer die Apps runterladen können. Die App-Anbieter müssen Apple und Google offenbar nicht über alle Unternehmen informieren, die Zugriff auf die Daten haben, die sie über die im App-Store angebotene App sammeln. Apple sagte, Apps müssten Nutzer fragen, ob sie mit der Sammlung der Daten einverstanden seien und Schritte unternehmen und unberechtigten Zugriff anderer zu verhindern. Werde das nicht eingehalten, gehe das Unternehmen schnell dagegen vor. Google wollte sich nicht äußern.

          Vertrauliche Dokumente veröffentlicht

          Am Samstag tauchten zudem offenbar vertrauliche Facebook-Dokumente über den Umgang des Konzerns mit Nutzerdaten auf. Das berichtet der Guardian am Samstag. Die Daten seien anonym auf der Plattform Github veröffentlicht worden, noch habe sie nicht prüfen können, ob die Materialien authentisch seien.

          In einem internen Dokument, das als „besonders geheim“ gekennzeichnet sei, werde ausgeführt, wie Facebook plane, Ortungsdaten von Android-Geräten mit anderen Daten zu verbinden. Das mache es für das Unternehmen möglich, Dienste anzubieten, die auf die Ortungsdaten zurückgreifen. Zudem habe das Unternehmen geplant, weitere Informationen darüber zu sammeln, welche Apps die Nutzer für bestimmte Funktionen wie Chats, den Store und die Kamera verwendeten.

          In der gleichen Veröffentlichung seien auch 60 Seiten „unredigierte Beweismaterialien“ eines Gerichtsverfahrens zwischen Facebook und dem App-Entwickler Six4Three gepostet worden, schreibt die englische Zeitung auf ihrer Webseite.

          Dazu gehören auch interne Mails hochrangiger Facebook-Manager. Die schreiben darüber, dass Finanzergebnisse von Facebook beinahe vorab veröffentlicht wurden. Dem Bericht zufolge schreiben die Manager, dass die Veröffentlichung „beinahe tödlich“ für das Unternehmen hätte sein können. Weitere Details über den Vorgang nennt der Artikel nicht.

          Der Facebook-Konzern kämpft seit Jahren mit Datenschutzproblemen. Im vergangenen Jahr wurde der Konzern wegen des Cambridge-Analytica-Skandals und Berichten über fragwürdige PR-Methoden des Unternehmens scharf kritisiert. Am Montag veröffentlichte das britische Parlament einen Bericht zum Cambrdige-Analytica-Skandal, in dem es Facebook aufforderte, sich nicht wie ein „digitaler Gangster“ zu verhalten.

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