https://www.faz.net/-gqe-9jcy6

Streit der Tech-Riesen : Apples Machtprobe mit Google und Facebook

Mächtiges iPhone: Apple hat gerade vorübergehend Funktionalitäten für Facebook- und Googlemitarbeiter gesperrt. Bild: dpa

Wegen Verstoßes gegen seine Richtlinien schloss Apple die beiden Internetkonzerne von einem wichtigen Test-Programm aus. Die Folgen waren brisant.

          Der Technologiekonzern Apple hat sich eine kurze, aber heftige Auseinandersetzung mit Facebook und Google geliefert, die mit dem Datensammeln der beiden Unternehmen zu tun hat. Wegen Verstoßes gegen seine Richtlinien schloss Apple die Internetkonzerne von einem Programm aus, das ihnen erlaubt, Anwendungen („Apps“) für das iPhone speziell für ihre Belegschaften verfügbar zu machen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das löste in beiden Unternehmen Chaos aus. Nicht nur behinderte es die Arbeit an Angeboten für das iPhone, es brachte auch allgemein den Alltag am Arbeitsplatz durcheinander, zum Beispiel weil interne Apps mit Speiseplänen für Kantinen oder Fahrplänen für Belegschaftsbusse nicht mehr funktionierten. Am Donnerstag hob Apple die Sperren wieder auf.

          Ausgangspunkt für den Streit war ein Bericht des Technologieblogs „Techcrunch“ über eine Smartphone-App von Facebook, die dem sozialen Netzwerk weitreichenden Zugang zu Daten auf den Geräten gab. Wer die App „Facebook Research“ installierte, dem habe das Unternehmen 20 Dollar gezahlt. Ein ähnliche App hatte Facebook schon einmal über den offiziellen App Store von Apple angeboten, musste sie aber entfernen, offenbar weil sie gegen die Regeln von Apple verstieß.

          Facebook und Twitter sperren Konten

          Mit der „Research“-App ging das Unternehmen einen anderen Weg – und vertrieb sie über die Apple-Plattform für Belegschafts-Apps. Apple zeigte sich nach der Veröffentlichung des Berichts empört, wertete die App als „klaren Bruch“ seiner Vereinbarung mit Facebook und schloss das Unternehmen am Mittwoch von seinem Programm aus. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Google eine ähnliche App mit dem Namen „Screenwise Meter“ über das Apple-Programm anbot, und den Internetkonzern ereilte das gleiche Schicksal wie Facebook.

          Noch am selben Tag kamen alle beteiligten Unternehmen aber zu einer Einigung. Facebook und Google haben jetzt wieder Zugang zur Apple-Plattform.

          Facebook teilte unterdessen mit, auf seiner Stammseite und seinem Fotodienst Instagram abermals Hunderte von Konten wegen „koordinierten unauthentischen Verhaltens“ entfernt zu haben. Diese Konten hatten nach Angaben des Unternehmens ihren Ursprung in Iran, und die auf ihnen veröffentlichten Inhalte zielten auf eine Reihe verschiedener Länder ab, darunter die Vereinigten Staaten und Deutschland.

          Gefälschte Konten beschäftigen Facebook seit einiger Zeit. Zunächst standen Konten mit einer Verbindung nach Russland im Mittelpunkt, aber im vergangenen August wurde erstmals auch Iran als Ursprung einer Kampagne identifiziert. Auch der Kurznachrichtendienst Twitter gab jetzt bekannt, unauthentische Konten mit Ursprung im Ausland entfernt zu haben, darunter im Iran, in Russland und in Venezuela.

          Weitere Themen

          Ohne Deal mit der EU kommen Autozölle Video-Seite öffnen

          Trump trifft Kurz : Ohne Deal mit der EU kommen Autozölle

          Amerikas Präsident Donald Trump will mögliche Strafzölle auf europäische Autos vom Ausgang der Handelsgespräche mit der EU abhängig machen. Wenn es zu keinem Deal mit den Europäern komme, werde er die Zölle verhängen, sagte Trump bei einem Treffen mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz in Washington.

          Topmeldungen

          Europa League : Nun wartet Inter Mailand auf die Eintracht

          Ob Mailand oder Madrid: Hauptsache Achtelfinale. Die Frankfurter Eintracht muss als letzte verbliebene deutsche Mannschaft in der Europa League gegen Inter Mailand um den Einzug ins Viertelfinale spielen.
          Verbannt: Edeka führt Heinz-Ketchup nicht weiter im Programm.

          Streit um den Preis : Edeka verkauft Heinz-Ketchup nicht mehr

          Kunden von Edeka müssen künftig auf Heinz-Ketchup verzichten. Nach einem Streit mit Kraft Heinz beendet der Einzelhändler die Zusammenarbeit. Nun soll es eine hauseigene Ketchup-Marke geben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.