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Verlagerung nach China : Apple gibt letzte nennenswerte Produktion in Amerika auf

Der neue Apple Mac Pro Bild: AFP

Eigentlich sollte der Mac Pro in Texas hergestellt werden – in der einzigen größeren Fertigungsstätte von Apple in den Vereinigten Staaten. Jetzt wird die Produktion nach China verlagert. Das bietet reichlich Zündstoff.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump bedrängt Apple seit einiger Zeit, mehr Produkte in den Vereinigten Staaten zu fertigen. Der Elektronikkonzern lässt die meisten seiner Geräte von Auftragsherstellern wie Foxconn in China bauen. Eine amerikanische Produktionsstätte gibt es aber: Im texanischen Austin wird seit 2013 der Mac Pro hergestellt, ein Personalcomputer aus der gehobenen Preisklasse.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Apples Vorstandsvorsitzender Tim Cook hatte diese Fertigung damals groß angekündigt und gesagt, Apple werde 100 Millionen Dollar in das Werk investieren. Betrieben wird es nicht von Apple selbst, sondern von seinem Partner Flex. Auf den Computern, die hier entstehen, ist die Aufschrift „Zusammengebaut in den USA“ zu lesen. Diesen einzigen nennenswerten Produktionsstandort für seine Geräte in den Vereinigten Staaten gibt Apple nun aber offenbar auf.

          Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, wird die erst kürzlich vorgestellte neue Generation des Mac Pro nicht in Texas hergestellt, sondern in China. Der 6000 Dollar teure Computer soll demnach in einem Werk in der Nähe von Schanghai gebaut werden. Die Stückzahlen für das Gerät dürften wegen des üppigen Preises nicht allzu hoch sein, die damit verbundene Produktionskapazität wird sich also wohl in Grenzen halten. Und für die Belegschaft in Austin wird die Verlagerung dem Bericht zufolge wohl keine allzu großen Auswirkungen haben.

          Entscheidung mit Symbolkraft

          Weil sich die vorherige Generation des Mac Pro immer schlechter verkauft habe, seien in dem Werk ohnehin schon einige Mitarbeiter entlassen worden, und es habe sich darauf spezialisiert, gebrauchte Geräte generalzuüberholen. Zudem würden hier auch Produkte für andere Unternehmen wie HP gebaut.

          Trotzdem hat die Entscheidung von Apple im gegenwärtigen politischen Umfeld einige Symbolkraft und bietet reichlich Zündstoff. Donald Trump hat vor einiger Zeit gesagt, Tim Cook habe ihm versprochen, mehrere Fertigungsstätten in Amerika zu errichten, dazu ist es aber nie gekommen, und Apple hat es auch nie kommentiert.

          Das Unternehmen hat aber andere Investitionen angekündigt, darunter auch in Austin. Hier will der Konzern für eine Milliarde Dollar einen neuen Campus bauen, wo unter anderem Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung und im Kundendienst untergebracht sein sollen.

          Während Apple nun ein weiteres Produkt in China herstellen lässt, erwägt der Konzern gleichzeitig offenbar, einen Teil seiner Fertigung aus dem Land abzuziehen und möglicherweise in Länder Südostasiens wie Vietnam oder Indien zu verlagern. Medienberichten zufolge soll es um 15 bis 30 Prozent der Produktion in China gehen.

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