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Wettstreit der Tech-Konzerne : Apple möchte von Facebooks Problemen profitieren

  • Aktualisiert am

Tim Cook war gerade in einer Schule in Chicago und hat dort ein neues Bildungsangebot von Apple vorgestellt. Bild: AFP

Das größte soziale Netzwerk der Welt steckt in der größten Krise seiner bisherigen Geschichte. Der Apple-Vorstandsvorsitzende nutzt die Gunst der Stunde, um die Vorzüge seines Konzerns zu demonstrieren. Und verteilt eine verbale Ohrfeige an Mark Zuckerberg.

          Der Tech-Konzern Apple versucht, den Druck auszunutzen, unter dem Facebook gerade steht. Auf die Frage, was er tun würde, wenn er in der Situation von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wäre, sagte der Apple-Vorstandsvorsitzende in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender MNSBC: „Ich wäre nicht in dieser Situation.“

          Darüber hinaus stellte er in dem Gespräch direkt und indirekt heraus, welche Vorzüge Apple gegenüber dem größten sozialen Netzwerk der Welt aufweise. „Wir sehen uns jede App im Detail an.“ Damit verwies er auf das Prozedere, das Apple verlangt von App-Anbieter, die in Apples App-Store aufgenommen werden möchten.

          Mit Blick auf die nun von der britischen IT-Firma Cambridge Analytica ausgewerteten Daten von Facebook-Nutzern sagte Cook außerdem: Datenschutz und Privatsphäre seien „Menschenrechte“ und „Bürgerrechte“. Cook erklärte dabei auch, dass dies der Grund dafür sei, warum der iPhone-Hersteller die Daten seiner Kunden nicht für Werbezwecke einsetze. „Wenn unser Kunde unser Produkt wäre, könnten wir viel Geld damit machen“, so Cook. „Wir haben uns entschieden, das nicht zu tun.“

          Vor wenigen Tagen sagte Cook bereits während einer Konferenz in Peking, dass er mit merklichen Folgen des Daten-Skandals rechne. „Mir ist klar, dass ein tiefgreifender Wandel nötig ist“, sagte er. „Ich denke, dass diese spezielle Situation so düster und groß geworden ist, dass wahrscheinlich etwas gutgemachte Regulierung nötig ist“, kommentierte er nach Angaben des Finanzdienstes Bloomberg.

          Außerdem sagte er da: „Die Fähigkeit von jemandem zu wissen, was du gesucht hast (im Internet) über Jahre hinweg, wer deine Kontakte sind, wer deren Kontakte sind, Dinge, die du magst und nicht magst und jedes intime Detail deines Lebens – von meinem persönlichen Standpunkt aus sollte das nicht existieren.“

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