https://www.faz.net/-gqe-99mr3

Tech-Konzern : Apple könnte 100 Milliarden Dollar zusätzlich an Aktionäre ausschütten

  • Aktualisiert am

Umsatzbringer oder Ladenhüter? Das iPhone X Bild: Reuters

Seit Wochen ist die Aktie des wertvollsten Unternehmens der Welt auf Talfahrt. Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung für die Aktionäre von Apple.

          2 Min.

          Die vergangenen Wochen waren nicht leicht für Apple-Aktionäre. Die Aktie des Tech-Konzerns hat seit Mitte März mehr als 8 Prozent an Wert verloren. Schon seit Wochen gibt es Gerüchte, das iPhone X verkaufe sich nicht gut. Es sei mit 1149 Euro selbst für Apple-Verhältnisse zu teuer, das Fehlen des Kopfhörer-Eingangs und des Home-Buttons ärgere die Nutzer. Apple-Chef Tim Cook hatte das im Februar allerdings dementiert. Es hätte die Erwartungen übertroffen und sei das meistverkaufte Modell.

          Hinzu kam, dass einer der wichtigsten Zulieferer von Apple, der taiwanesische Chiphersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), seine Umsatzprognose für das aktuelle Quartal heruntergeschraubt hatte. Das wiederum löste Sorgen um die Geschäfte der ganzen Smartphone-Branche aus. TSMC warnte vor einer „weiterhin schwachen Nachfrage auf dem Smartphone-Sektor“, was wiederum als Bestätigung der Gerüchte um das iPhone X gewertet wurde.

          Nur nicht schwächeln

          Nun richten sich die Blicke der Anleger auf den 1. Mai, wenn das Unternehmen seine Quartalszahlen vorstellt. Amazon hat seinen Gewinn verdoppelt, Facebook trotz Datenskandal rasant zugelegt, und auch Apples Hauptrivale im Smartphone-Geschäft, der koreanische Hersteller Samsung, hat seinen Gewinn kräftig gesteigert. Da will Apple im Vergleich nicht schwächeln.

          Apple

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Analysten erwarten, dass der Konzern einen hohen Milliardenbetrag zusätzlich an seine Aktionäre ausschütten wird. Apple hatte im Januar angekündigt, einen Großteil der 250 Milliarden Milliarden Dollar, die der Konzern im Ausland geparkt hat, zurück nach Amerika zu holen. Hintergrund ist die amerikanische Steuerreform, die es Unternehmen ermöglicht, das Geld zu einem reduzierten Steuersatz in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Apple rechnet damit, 38 Milliarden Dollar Steuern darauf zu zahlen – die „wahrscheinlich“ größte Steuerzahlung aller Zeiten. 30 Milliarden Dollar wolle der Konzern in den kommenden fünf Jahren investieren.

          Aber auch die Aktionäre sollen profitieren. Die „Financial Times“ berichtet, Apple habe seit 2012 jedes Jahr zwischen 30 und 50 Milliarden Dollar an Aktionäre ausgeschüttet. Zusammengerechnet würden das im März kommenden Jahres 300 Milliarden Dollar sein. Apple könnte am Dienstag bekanntgeben, zusätzlich dazu 150 Milliarden Dollar auszuschütten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Analysten von Morgan Stanley. „Das würde bedeuten, dass Apple Aktien im Wert von 210 Milliarden Dollar zurückkauft und 52 Milliarden Dollar zusätzlich Dividende in den kommenden drei Jahren zahlt“, äußern die Analysten. Damit seien immer noch 30 Milliarden Dollar für Zukäufe übrig. Fachleute der Citigroup erwarten eine Summe von 100 Milliarden Dollar, RBC Capital Markets 80 bis 90 Milliarden Dollar in den kommenden vier bis fünf Jahren.

          Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Apple in Irland bis zum Herbst insgesamt 13 Milliarden Euro an zu unrecht erhaltenen staatlichen Beihilfen zurückzahlen wird. Die irische Regierung und der Technologiekonzern beugen sich damit nach langem Widerstand einer Entscheidung der EU-Kommission. Das Geld soll in Tranchen auf ein Treuhandkonto überwiesen werden.

          Weitere Themen

          Samsungs Gewinn halbiert sich

          Chippreise : Samsungs Gewinn halbiert sich

          Sinkende Preise für Halbleiter belasten nach wie vor das Geschäft des südkoreanischen Konzerns Samsung Electronics. Doch es gibt erste Anzeichen für eine Wende zum Besseren.

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.