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Auslandsgewinne : Apple gibt jedem Angestellten 2500 Dollar in Aktienoptionen

  • Aktualisiert am

Apples Logo am Ladeneingang auf der Fifth Avenue in New York Bild: AFP

Der iPhone-Hersteller holt viele Milliarden seiner Auslandsreserven nach Amerika. Was hat er mit dem Geld vor? Ein Vergleich mit dem Jahr 2004 gibt einen Hinweis.

          Der Tech-Konzern Apple hat Milliarden-Investitionen und 20.000 neue Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten angekündigt in den kommenden fünf Jahren. Das Unternehmen transferiert infolge der amerikanischen Steuerreform offenkundig den allergrößten Teil seiner 252 Milliarden Dollar hohen und derzeit im Ausland liegenden Barreserven in die Vereinigten Staaten. Das geht indirekt aus der Mitteilung des iPhone-Herstellers hervor, 38 Milliarden Dollar Steuern zu zahlen – Präsident Trump und die Republikaner haben mittels Steuerreform die Belastungen für diese Vermögen deutlich verringert und damit einen Anreiz gesetzt, sie nach Amerika zu holen.

          Der Präsident freute sich über den Kurznachrichtendienst Twitter über die Entscheidung. „Riesiger Gewinn für die amerikanischen Arbeiter und die USA“, schrieb er.

          Der Apple-Vorstandsvorsitzende Tim Cook stellte seinerseits klar, dass die Investitionspläne sich nicht nur aus der niedrigeren Besteuerung ergäben. „Lassen Sie mich deutlich sein: Große Teile sind eine Folge der Steuerreform und große Teile hätten wir in jeder Situation getan“, sagte er in einem Fernsehinterview. Zugleich erklärte er, auch das dürfte den Präsidenten freuen, die Erfolgsgeschichte Apples habe nur in Amerika geschrieben werden können. „Wir sind stolz darauf, auf unserer langen Geschichte der Unterstützung für die amerikanische Wirtschaft aufzubauen.“

          Apple wird nun den eigenen Angaben zufolge Geld in Rechenzentren in den Vereinigten Staaten stecken, um das wachsende Cloud-Angebot, den App-Store und den Musikstreaming-Dienst besser verwalten zu können. Und außerdem in einen Fonds für den Ausbau von High-Tech-Produktion; dieser soll von einer auf fünf Milliarden Dollar aufgestockt werden kommt Zuliefern zugute. Außerdem soll ein neuer Firmen-Campus entstehen an einem noch nicht bekannte Ort. Die Apple-Mitarbeiter sollen zudem als Bonus Aktienoptionen im Wert von 2500 Dollar erhalten.

          Vor Apple hatten bereits etwa der Telekomkonzern AT&T und der Einzelhändler Wal-Mart neue Investitionen in Amerika in Aussicht gestellt und Bonus-Zahlungen oder Gehaltserhöhungen im Zusammenhang mit der Steuerreform. Der deutsche Volkswirt Clemens Fuest, der das Ifo-Institut leitet, sprach bereits von einem verschärften Wettbewerb unter den Ländern um die Ansiedlung von Investitionen und Arbeitsplätzen.

          Unklar ist bislang, wie sich der Transfer von Auslandsreserven amerikanischen Unternehmen in die Vereinigten Staaten insgesamt auf die Wirtschaft des Landes und den Arbeitsmarkt auswirken wird. Als im Jahr 2004 unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush ein ähnliches Gesetz verabschiedet wurde, brachten zwar 843 international tätige amerikanische Unternehmen ihre Gewinne nach Amerika. Von den 362 Milliarden Dollar floss der größte Teil indes in Aktienrückkaufprogramme und Dividendenerhöhungen.

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