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F.A.Z. exklusiv : Apple-Chef Cook: „Wir sind der größte Steuerzahler der Welt“

Apple-Chef Tim Cook an der Universität Oxford. Bild: Brooks Kraft/Apple

Tim Cook sagt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: das „Steuersystem ergibt keinen Sinn.“ Er verrät, wie viele Arbeitsplätze Apple in Europa geschaffen habe. Und seine Haltung zu den Daten der Kunden.

          Der Apple-Vorstandsvorsitzende Tim Cook setzt sich für eine grundlegende Reform der internationalen Besteuerung von Unternehmen ein. „Wir haben schon – und seit langer Zeit in den Vereinigten Staaten – gesagt, dass unser Steuersystem keinen Sinn ergibt“, sagte Cook im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (ab 20 Uhr im epaper und bei F.A.Z. Plus) . Deshalb versuche das Unternehmen, auf eine umfassende Steuerreform auf internationaler Ebene zu dringen: „Ich bin kein Fan des aktuellen Systems. Ich werde es nicht verteidigen. Aber es ist das Gesetz. Und wir müssen ihm folgen. Darauf wollen wir konstruktiv eingehen.“

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Der Apple-Chef hatte sich am Anfang der Woche mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron getroffen. Dabei ging es auch um Steuerfragen. „Ich fand, dass es ein positiver Dialog war. Wir wollen in der Diskussion konstruktiv sein“, lautet Cooks Bilanz des Treffens. Apple zahle die größte Steuerlast in Kalifornien: „Wir sind der größte Steuerzahler in den Vereinigten Staaten, der größte Steuerzahler in Irland. Und wir sind der größte Steuerzahler in der Welt. Damit haben wir kein Problem. Wir sagen nicht: Steuern senken!“ Wohl aber gelte es, Fragen der Verteilung zu überdenken.

          „Wir schaffen viele Arbeitsplätze“

          Die EU-Kommission besteht derzeit darauf, dass Irland 13 Milliarden Euro Steuern von Apple eintreibt – und will dies mit Irland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ausfechten. Denn das Land weigert sich bislang, die als unzulässig eingestufte Beihilfe zurückzufordern, und geht seinerseits bereits juristisch gegen die Entscheidung der EU-Kommission aus dem Juni 2016 vor.

          Damals hatte die Brüsseler Behörde entschieden, dass Apple 13 Milliarden Euro an Steuern und Zinsen nachzahlen muss. Apple hatte in den Jahren 2003 bis 2014 nur sehr wenig Steuern auf seine in Europa erzielten und in Irland gebündelten Gewinne gezahlt. Im Jahr 2014 sollen sie laut EU-Kommission lediglich 0,005 Prozent betragen haben. Apple und Irland wehren sich ihrerseits juristisch gegen die Nachforderung und halten ihr Vorgehen für korrekt.

          Nach den Worten von Cook hat Apple zudem in ganz Europa direkt und indirekt 1,6 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Alle Lieferanten allein in Deutschland beschäftigten Zehntausende. „Wenn man uns fair beurteilt und die von uns geschaffenen Arbeitsplätze betrachtet, denke ich, dass wir in dieser Hinsicht auf der Liste in vielen, vielen Ländern ganz oben stehen würden“, sagte Cook.

          Der Apple-Chef versicherte zudem, in Fragen der Privatsphäre stets auf der Seite der Kunden zu stehen: „Wir sollten ihre Nachrichten nicht lesen. Das erwarten sie von uns. Und deshalb haben wir auch keinen Zugang dazu. Ich verstehe, dass andere Leute andere Nachrichten von Leuten lesen und so weiter – um zum Beispiel Werbung zu verkaufen – aber wir machen das nicht.“

          Die neue Software zu Betrachtung von Augmented Reality, die mit dem jüngsten Betriebssystem für die iPhones eingeführt worden ist, sei so wichtig, wie seinerzeit die Multitouch-Bedienung, die mit dem ersten iPhone Einzug gehalten hat. „Und Multitouch hat alles verändert. Davor haben die Leute Knöpfe benutzt. Jetzt begannen sie plötzlich, die Software zu berühren. Und heute können sie es sich gar nicht mehr anders vorstellen. Mit Augmented Reality wird es genauso sein“, ist sich Cook sicher.

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