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Werbung in Las Vegas : Seitenhieb von Apple im Großformat

Ein eindeutiger Seitenhieb an die Konkurrenz: Apple wirbt in Las Vegas für seinen Datenschutz. Bild: AFP

Apple inszeniert sich als gutes Gewissen der Technikwelt. Für die Konsumelektronikmesse CES – der das Unternehmen wie gewohnt fernbleibt – wählte Apple jetzt eine besondere Aktion, um die Konkurrenz zu ärgern.

          Apple glänzt üblicherweise auf der CES in Las Vegas durch Abwesenheit. Der amerikanische Elektronikgigant stellt seine neuen Produkte schon seit langem lieber auf eigenen Veranstaltungen vor und fehlt auch in diesem Jahr auf der Liste der Aussteller. Und doch legt er diesmal offenbar Wert auf eine gewisse Präsenz – und hat sich dafür eine ungewöhnliche Aktion ausgedacht.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das Unternehmen hat fast die komplette Fassade eines Hotels in unmittelbarer Nähe des Kongresszentrums zu einer gigantischen Reklametafel umfunktionieren lassen. Auf der Außenwand des Hotels ist nun zu lesen: „What happens on your iPhone, stays on your iPhone“, also „Was auf Deinem iPhone passiert, bleibt auf Deinem iPhone.“ Das ist angelehnt an den berühmten Touristenslogan „What happens in Vegas, stays in Vegas,“ der sagen soll, dass etwaige Exzesse, die man sich in dieser Stadt leistet, geheim bleiben und nicht den Weg nach außen finden.

          Diese spezielle Art des vermeintlichen „Datenschutzes“ in Las Vegas dient Apple in dieser Werbung als Bild, um auf seine eigene Haltung zum Datenschutz hinzuweisen. An der Hotelfassade gibt der Konzern auch die Adresse seiner Internetseite an, auf der er über seine Initiativen rund um Privatsphäre spricht.

          Apple positioniert sich in jüngster Zeit sehr aggressiv als Unternehmen, das den Schutz von Daten seiner Kunden besonders ernst nimmt. Vorstandsvorsitzender Tim Cook grenzt sich dabei auch ausdrücklich von Internetkonzernen ab, deren Geschäftsmodell auf der Auswertung von Daten beruht. Unter anderem hat er sich Wortgefechte mit Mark Zuckerberg geliefert, dem Vorstandschef des sozialen Netzwerks Facebook. Seine Grundsatzkritik trifft aber auch andere Unternehmen wie Google.

          Die Werbeaktion in Las Vegas dürfte gerade als Seitenhieb auf Google zu werten sein, zumal der Internetkonzern hier einen auffälligen Stand hat. Womöglich ist es aber auch allgemein ein Versuch, sich als gutes Gewissen der Branche zu inszenieren. Die Aktion kommt nur wenige Tage, nachdem der Konzern die Finanzmärkte mit einer ungewöhnlichen Warnung vor schlechter als erwarteten Geschäftszahlen enttäuscht hat. 

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