https://www.faz.net/-gqe-9gu2n

Superschneller Mobilfunk : „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“

  • Aktualisiert am

Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) plädiert für einen Kompromiss im 5G-Streit. Bild: EPA

Wie sollen die Deutschen an den nächsten Mobilfunkstandard angeschlossen werden? Die Forschungsministerin wirbt für einen Kompromiss.

          Die geplante Auktion der 5G-Mobilfunkfrequenzen soll nach Meinung von Forschungsministerin Anja Karliczek auch Geld für den Digitalfonds einbringen. „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“, sagte sie und plädierte für einen Kompromiss, wenn es um die Auflagen für die Unternehmen geht: „Wenn wir 4G flächendeckend haben, sind wir schon sehr gut ausgestattet.“

          Wichtig sei dann, 5G-Einheiten an zentralen Stellen aufzubauen. Damit könne man die Kommunikation steuern. „Um in die Fläche zu gehen, können wir uns ein bisschen Zeit lassen.“

          Hintergrund ist ein Zielkonflikt in der Bundesregierung. Zum einen will sie einen möglichst flächendeckenden Ausbau eines schnellen 5G-Kommunikationsnetzes, das etwa für das autonome Fahren nötig ist und das auch in China oder den Vereinigten Staaten aufgebaut wird. Zum anderen soll die Versteigerung der Lizenzen aber auch Geld für den im Koalitionsvertrag vorgesehenen neuen Digitalfonds einbringen – dieser soll etwa Investitionen in Start-ups erleichtern.

          Karliczek plädierte nun für ein „gutes Verhältnis“ zwischen beiden Zielen. „Wir brauchen jetzt erst einmal eine Grundausstattung 4G“, sagte sie.

          Die Bundesnetzagentur hatte im finalen Entwurf für die anstehende Auktion der 5G-Frequenzen die Auflagen für die Netzbetreiber nochmals erhöht. Sie umfassen nun auch die Versorgung der Landstraßen, Wasserstraßen und Schienenwege. Der Entwurf sieht unter anderem bis Ende des Jahres 2022 vor, eintausend 5G-Basisstationen zu errichten. Die Versteigerung der Frequenzen ist für das Frühjahr 2019 geplant.

          F.A.Z. Digitec: jetzt testen!
          F.A.Z. Digitec: jetzt testen!

          Nehmen Sie die digitale Zukunft selbst in die Hand.

          Mehr erfahren

          Weitere Themen

          Nächster Rücktritt unter Trump Video-Seite öffnen

          Nun die Heimatschutzministerin : Nächster Rücktritt unter Trump

          Warum die 46 Jahre alte Minsterin abtritt, blieb zunächst unklar. Ursache sollen die Unruhen um Einwanderer aus Mittelamerika sein, die in ihr Aufgabengebiet als Heimatschutzministerin fielen. Ihr Nachfolger soll der Chef der Grenzschutzbehörde, Kevin McAleenan werden.

          Perlmutt für die Trompete

          FAZ Plus Artikel: Altes Handwerk : Perlmutt für die Trompete

          In Sigmaringen steht die letzte deutsche Perlmutterschleiferei. Neben Schmuck wird es für Bekleidung und die Musikindustrie verwendet. Die Rohstoffbeschaffung ist schwierig – und die Konkurrenz aus Asien hart.

          Der Kunstmarkt in Zahlen Video-Seite öffnen

          Kurz erklärt : Der Kunstmarkt in Zahlen

          Jährlich werden auf dem internationalen Kunstmarkt 60 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Doch wo viel Geld ist, sind Kunstdiebstahl und Fälschungen nicht weit. Jedes dritte Kunstwerk auf dem Markt soll nicht echt sein.

          Topmeldungen

          Nach Mueller-Bericht : Warren fordert Amtsenthebungsverfahren gegen Trump

          Der Bericht des Sonderermittlers Mueller bestimmt weiter die amerikanische Politik. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Warren sieht darin ausreichend Indizien, um Donald Trump zu entmachten. Derweil sinkt in der Bevölkerung die Zustimmung des Präsidenten.
          Kriegsverbrechen: SS-Soldaten am 10. Juni 1944 in der griechischen Stadt Distomo kurz nach dem Massaker an 218 Zivilisten.

          Athens Reparationsforderung : Die ewig offene Frage

          Seit den fünfziger Jahren fordert Griechenland Geld von Deutschland als Entschädigung für die Zeit der Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Doch die Tagespolitik war lange wichtiger.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.