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10 Milliarden Dollar : Amazon und Microsoft kämpfen um Cloud-Auftrag des Pentagon

  • Aktualisiert am

Amazon oder Microsoft – wessen Cloud nutzen die amerikanischen Soldaten bald? Bild: AP

Das amerikanische Militär braucht eine Cloud. Amazon und Microsoft bleiben im Rennen, sie haben die Anforderungen erfüllt. Zwei weitere amerikanische Tech-Konzerne sind ausgeschieden.

          Im Wettstreit um einen Großauftrag des amerikanischen Militärs sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums nur noch Amazon und Microsoft im Rennen. Die beiden Konzerne hätten die Mindestanforderungen für den Joint Enterprise Defense Infrastructure Cloud (Jedi) erfüllt, erklärte eine Sprecherin am Mittwoch. Damit sind Oracle und IBM ausgeschieden. Die vier amerikanischen Technologiekonzerne hatten um den Cloud-Auftrag gerungen, der Teil von Verträgen mit einem Gesamtwert um die zehn Milliarden Dollar ist.

          Bei dem Auftrag geht es darum, die Daten des Verteidigungsministeriums online zu speichern, damit die Soldaten und die verschiedenen involvierten Behörden online auf die Daten zugreifen können. Üblicherweise wird diese Technologie Cloud (Wolke) genannt.

          Schon im Herbst 2018 gingen Analysten davon aus, dass Amazon und Microsoft die besten Chancen haben, den Auftrag zu erhalten: Amazons Vorsprung basiert vor allem auf einem Vertrag mit der CIA aus dem Jahr 2013. Damals hatte das Unternehmen einen Cloud-Vertrag in Höhe von umgerechnet etwa 500 Millionen Euro abgeschlossen. Der Deal mit der CIA hilft dem Unternehmen in der aktuellen Ausschreibung, zu zeigen, dass es die besonders sensiblen Regierungsdaten ausreichend sichern kann. Die Cloud-Sparte von Amazon wächst rasant.

          Oracle fühlte sich benachteiligt

          Die Ausschreibung ist in vier Zeiträume gestaffelt. Der erste Vertrag bezieht sich zunächst nur auf einen Zeitraum von zwei Jahren. Der Vertrag kann dann aber zweimal um drei Jahre verlängert und in einem letzten Schritt nochmals um zwei Jahre verlängert werden. Werden alle Optionen gezogen, ist der Vertrag etwa achteinhalb Milliarden Euro wert. Die Einreichungsfrist endete am 17. September.

          Es handelt sich dabei um eine Einzelausschreibung. Es wird also nur ein Unternehmen zum Zuge kommen. Lobby-Abteilungen vieler Digitalunternehmen hatten im Vorfeld der Ausschreibung versucht, das Pentagon davon zu überzeugen, die Ausschreibung aufzuspalten. Dann hätten sich mehr Unternehmen beteiligen können.

          So hatte sich Safra Catz, Chefin des Softwareunternehmens Oracle, im vergangenen Jahr wohl bei einem privaten Abendessen mit Präsident Donald Trump über die Ausschreibung beschwert, weil diese Amazon begünstige. Trump soll darauf nur geantwortet haben, dass er sich eine faire Ausschreibung wünsche. Das ist vor allem deshalb überraschend, weil Trump sich in den vergangenen Monaten immer wieder mit dem Amazon-Chef Jeff Bezos angelegt hat. Bezos gehört auch die Zeitung Washington Post, von der Trump sich ungerecht behandelt fühlt.

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