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Flugtaxi „City Airbus“ : Eine Vision mit Bayern-Kolorit

Bild: EPA

Airbus zeigt erstmals sein Flugtaxi. Das kann zwar noch nicht fliegen – betont bayerisch sieht es aber in jedem Fall aus.

          Ein wenig Lokalkolorit für ein weltumspannendes Zukunftsprojekt durfte denn doch nicht fehlen: Die Innenseiten der vier Rotorenringe des City-Airbus sind mit blauen Rauten dekoriert, damit die bayerische Herkunft ja nicht untergeht. Ansonsten ähnelt das am Montag auf dem Rathausplatz von Ingolstadt enthüllte Lufttaxi ganz den futuristischen Simulationen, die der europäische Luftfahrtkonzern schon früher zum Thema Mobilität im Luftraum verstopften Metropolen veröffentlicht hatte.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Im Beisein von Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, sowie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) stellte Airbus sein seit zwei Jahren entwickeltes Konzept für ein elektrisch betriebenes Flugtaxi vor. Es soll einmal bis zu vier Personen autonom auf festen Flugrouten etwa vom Flughafen in das Stadtzentrum befördern, um so die vom Verkehrsstau geplagte Großstädte zu entlasten.

          So hat Minister Scheuer denn auch schon eine Flugroute zum Flughafen München ins Gespräch gebracht, die in seinem Ministerium diskutiert werde. Die An- und Abfahrt zum Airport draußen im Erdinger Moos, vor den Nordtoren der bayerischen Landeshauptstadt, strapaziert nicht selten die Geduld der Fluggäste. Nach Ansicht von Scheuer müssen schnell die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Flugtaxis geschaffen werden. Die Gesetze dürften nicht erst geschaffen werden, wenn die Ingenieure die Fahrzeuge fertig entwickelt hätten.

           Spielwiese für den Testeinsatz 

          Etwas Zeit hat er allerdings noch. Der als „Weltpremiere“ präsentierte City-Airbus jedenfalls benötigt noch Reife. Vom Airbus-Helikopterwerk Donauwörth musste er per Lastwagen nach Ingolstadt transportiert werden. Das Gefährt mit insgesamt acht Rotoren (zwei je Rotorenring) ist seit Jahresanfang lediglich am Boden getestet worden. Sollten die weiteren Bodentests in den nächsten Wochen erfolgreich verlaufen, könnte ein erster Testflug mit dem senkrechten Starten und Landen im Frühjahr auf dem Airbus-Flugfeld in Manching nahe Ingolstadt erfolgen. „Schaut ziemlich cool aus, jetzt muss er nur noch fliegen“, kommentierte Minister Scheuer den aktuellen Status.

          Der City-Airbus, der in Kooperation mit dem Siemens-Konzern als Lieferant der Motoren entwickelt wird, dürfte nach Unternehmensangaben nicht vor 2025 kommerziell einsetzbar sein. Zunächst würde auch als vertrauensbildende Maßnahme ein Operator das Flugtaxi fliegen, bevor es autonom abheben kann. Die Idee ist es, einen Taxi-Transport in der Luft so erschwinglich wie eine Fahrt am Boden zu machen, das Vergnügen also nicht nur den oberen Zehntausend zu überlassen. Dies erscheint den Experten zufolge machbar, da die kleinen Flugobjekte wesentlich günstiger in der Fertigung und im Betrieb sein werden als ein normaler Helikopter. Sie sind, da batteriebetrieben, auch erheblich leiser.

          Andreas Scheuer (2. v. l.) und Dorothee Bär bei der Präsentation des City Airbus
          Bayerische Rauten auf den Rotorenringen

          Viele setzen mit Geschäftsmodellen auf die Lufttaxis als modernes „stauunabhängiges“ Transportmittel der Lüfte. Airbus kommt im Vergleich zum  Konkurrenten Boeing etwas später. Die Amerikaner haben ihr Gefährt erstmals Ende Januar starten, schweben und wieder landen lassen. Start-ups sind noch  schneller. Volocopter aus Bruchsal, mit Daimler und Intel unter den Investoren,  begann den Testbetrieb im Jahr 2017 und strebt die kommerzielle Zulassung für 2021 an. Das Münchner Jungunternehmen Lilium hat ebenso vor zwei Jahren erste Testflüge mit einem Fünfsitzer unternommen. Bei ihm ist der chinesische Internetkonzern Tencent als Geldgeber eingestiegen. Lilium will  von 2025 an mehrere Städte bedienen. Uber testet mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa genauso fliegende Robotertaxis wie Kitty Hawk von Google-Gründer Larry Page.

          Ingolstadt gehört zu einem Netzwerk von Städten, die an einem Projekt der Europäischen Union zur Förderung von Flugtaxis (Urban Air Mobility) teilnimmt. Wie andere 14 Städte (Genf, Hamburg, Brüssel, Antwerpen oder Toulouse) bietet die Stadt an der Donau im Praxistest eine Art Spielwiese für den Testeinsatz des City-Airbus – wenn er denn fliegt.

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