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Antworten zur 5G-Versteigerung : Das Bieten hat begonnen

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Das 5G-Wettbieten kann beginnen. Bild: dpa

Die 5G-Versteigerung läuft. Es geht um Milliardenbeträge. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

          Die Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen läuft. Zum Start hat der Chef der zuständigen Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am Dienstagmorgen in Mainz symbolisch auf den Knopf einer alten Stopp-Uhr gedrückt, die schon im Jahr 2000 im Einsatz war.

          Damals bescherte die erste große Frequenzauktion dem Bund einen Geldregen von umgerechnet knapp 51 Milliarden Euro. Die nun gestartete Auktion dürfte deutlich weniger Geld einbringen, Fachleute rechnen mit drei bis fünf Milliarden Euro. Damit lägen die Einnahmen in etwa auf dem Niveau von Versteigerungen aus den Jahren 2010 und 2015. Das sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

          Was ist 5G?

          Das Kürzel steht für die 5. Mobilfunkgeneration, die Weiterentwicklung des schon bestehenden Standards 4G, auch LTE genannt. Die hat es in sich: Die Übertragungsrate ist etwa 100 Mal schneller als bei LTE, zudem liegt die Latenz – also die Zeit bis zu einer gewünschten Wirkung – nahe null, die Übertragung ist fast in Echtzeit. 5G gilt als großer Satz nach vorn im Internetzeitalter.

          Wofür genau ist 5G wichtig?

          Die Anwendungsbereiche sind vielfältig, letztlich kann 5G in allen Bereichen der Industrie ein Fortschritt sein. Beispiel Auto: Kommt ein Wagen in einer Kurve bei Glatteis ins Schleudern, ist auch das nachfolgende Fahrzeug in Gefahr. Dessen Sensoren bringen wegen der Kurve wenig.

          Besser wäre es, wenn das vorausfahrende Auto das Abrutschen blitzschnell per Datenfunk an den Verkehr hinter sich meldet – dann könnten Nachfolgende noch vor der Kurve automatisch abbremsen. 5G kann so eine Echtzeit-Kommunikation ermöglichen. Auch in der Telemedizin, in Fabrikhallen oder in der Landwirtschaft – etwa mit autonomen Treckern – soll 5G künftig eine wichtige Rolle spielen.

          Was bedeutet die 5G-Auktion für Privatpersonen?

          Zunächst einmal wenig. Denn es dauert noch, bis die jetzt zu vergebenden Frequenzen nutzbar werden – erst Anfang 2021 ist es soweit. Trotzdem gibt es Zeitdruck, schließlich muss die Branche vorher den Ausbau angehen. Außerdem taugen die derzeit üblichen Smartphones nicht zu 5G. Erste Geräte, die den Funkstandard theoretisch unterstützen, sollen jedoch schon in der ersten Jahreshälfte auf den Markt kommen. Die allermeisten mobilen Anwendungen funktionieren allerdings schon gut mit 4G/LTE.

          Für den privaten Endverbraucher ist es also wichtiger, dass erstmal LTE weiter ausgebaut wird. In Zukunft kann sich das aber ändern, wenn weiterentwickelte mobile Anwendungen deutlich höhere Datenströme brauchen als heute - und daher doch 5G nötig wird.

          Warum sorgt die Auktion für hitzige Gemüter?

          Für die Telekommunikationsbranche hat die Versteigerung immense Bedeutung. „Die Frequenzauktion ist der bislang wichtigste Meilenstein auf Deutschlands Weg in das 5G-Zeitalter“, schwärmt beispielsweise der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Achim Berg.

          Zugleich warnt er aber: Die Unternehmen würden „in ein Auflagenkorsett gezwungen, das die Wirtschaftlichkeit der geplanten Investitionen in Frage stellt.“ Tatsächlich läuft praktisch die ganze Telekommunikationsbranche Sturm gegen die Vergaberegeln – die Netzbetreiber halten die Ausbaupflichten für überzogen. Auf der anderen Seite fordern Politiker noch schärfere Regeln, um überall schnelles Internet durchzusetzen.

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