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5G-Netze weltweit : Das Wettrennen um den besten Mobilfunk

Netzausbau als Staatsräson: 5G steht in Leuchtbuchstaben am Stand des chinesischen Glasfaserkabelherstellers YOFC auf der PT Expo, einer Veranstaltung des chinesischen Ministeriums für Industrie un Informationstechnologie. Bild: dpa

In Deutschland startet 5G im kommenden Frühjahr mit der Versteigerung der Frequenzen. China und Amerika sind schon erheblich weiter. Kein Wunder: Dort ist die Technologie wirklich Chefsache.

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          Die Führung der Bundesnetzagentur sparte nicht mit salbungsvollen Worten. „Unsere Entscheidung schafft wichtige Voraussetzungen für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft“, sagte Präsident Jochen Homann. Was war geschehen? Nach monatelangen Debatten, Diskussionen, Erörterungen und Konsultationen gab die Behörde am Montagmittag die endgültigen Vergabebedingungen und Regeln für die Auktion der 5G-Mobilfunkfrequenzen bekannt, die im Frühjahr stattfinden soll.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Es ist nicht irgendeine Versteigerung: Der neue Mobilfunkstandard gilt als Basis für das Internet der Dinge, für selbstfahrende Autos, sich selbst organisierende Fabriken und das smarte Zuhause – also für all die Technologien, die unser Leben in den nächsten beiden Jahrzehnten bestimmen. Entsprechend groß ist das Interesse rund um den Globus. Und während man in Deutschland noch streitet, sind andere Länder schon weiter.

          Die Ambitionen der Vereinigten Staaten hat Präsident Donald Trump im Oktober in einem Memorandum klargestellt: Es sei zwingend erforderlich, dass Amerika bei 5G die Nummer eins sei. Er wies seine Regierung an, eine nationale Strategie zur Förderung der Technologie zu entwickeln und dabei zu prüfen, wie die nötigen Funkfrequenzen bereitgestellt werden können. Trump kann dabei auf die Arbeiten der Vorgängerregierung unter Barack Obama aufbauen, die Steuerermäßigungen für den Netzausbau und ein mehrere hundert Millionen Dollar schweres Forschungsprogramm auf den Weg gebracht hat.

          Amerikanische Unternehmen machen schon mächtig Wind. Verizon bietet seit Anfang Oktober einen sogenannten 5G-Home-Service für Haushalte in vier ausgewählten Regionen an, der allerdings nicht auf mobile Datenübertragung setzt. Die Rivalen sagen deshalb, das gelte noch nicht als richtiges 5G. Verizon will aber im nächsten Jahr mit dem Ausbau des mobilen 5G beginnen. Der Wettbewerber AT&T ist nach Einschätzung von Fachleuten schon weiter. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr 5G in ersten lokalen Märkten anbieten. Die Telekom-Tochtergesellschaft T-Mobile US will im nächsten Jahr 5G in 30 Städten anbieten.

          Die Herausforderungen für den Ausbau eines funktionsfähigen 5G-Netzes bleiben allerdings auch in den Vereinigten Staaten groß. Für die Übertragung setzen die 5G-Entwickler nicht auf große Funkmasten, sondern auf rollkoffergroße Funkzellen mit begrenzter Reichweite. Davon würden dann aber sehr viele gebraucht. Das lässt sich in Städten bewerkstelligen, indem man die Funkzellen einfach an Straßenlaternen hängt. Schwierig wird es auf dem platten Land.

          Österreich: Die „Breitband-Milliarde wird nicht abgerufen“

          Auch Österreich gibt Gas beim neuen Mobilfunkstandard. In Wien ist am Montag die Bewerbungsfrist für Anbieter zu Ende gegangen, die 5G-Frequenzen ersteigern möchten. Das bestätigte die Regulierungsbehörde RTR, machte aber keine Angaben zu den Teilnehmern. Die Auktion soll zwischen Januar und März erfolgen. Das kleine Land versteht sich als Vorreiter der neuen Technik. Schon in der Vergangenheit liefen die Genehmigungen für die mobile Infrastruktur, etwa für die Funkmasten, deutlich schneller als in Deutschland. Das Programm der neuen Regierung aus ÖVP und FPÖ sieht jetzt vor, „beim 5G-Ausbau zu den absoluten Frontrunnern weltweit zu zählen“. Spätestens im Jahr 2021 will Österreich ein „5G-Pilotland“ sein, vier Jahre später soll das ganze Land am Netz sein.

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