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Telekom-Betriebsräte warnen : Nationales Roaming könnte Tausende Jobs kosten

  • Aktualisiert am

Ein 5G-Logo auf der E3 in Los Angeles Bild: AFP

Bei der Versteigerung der 5G-Frequenzen hat auch United Internet zugeschlagen. Dessen Konkurrenten befürchten jetzt, ihre Infrastruktur „zu Billigpreisen“ mit dem Neuling teilen zu müssen. Arbeitnehmer-Vertreter sprechen gar von Enteignung.

          Nach dem Zuschlag auch für den Neuling United Internet bei der Versteigerung von 5G-Mobilfunklizenzen sorgen sich die Betriebsräte der etablierten Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica vor einem Stellenabbau in ihren Unternehmen. „Wenn United Internet hofft, nur in den Städten investieren zu müssen und auf dem Land unsere Infrastruktur zu Billigpreisen mieten zu können, dann kann dies Tausende Jobs kosten“, sagte Vodafone-Betriebsratschef Dirk Wilharm der „Rheinischen Post“.

          Die Arbeitnehmer-Vertreter haben Sorge, dass der Bund noch nachträglich eine Pflicht zum Teilen der Netzkapazitäten festlegt. „Wir befürworten, dass die Unternehmen sich freiwillig beim Bau der Netze unterstützen, indem sie beispielsweise Funkmasten teilen“, sagte Josef Bednarski von der Deutschen Telekom. „Aber ein Zwang zum Teilen der Netze würde an Enteignung grenzen.“ Jan-Erik Walter von Telefonica erklärte, es könne nicht sein, „dass unsere Mitarbeiter die Zeche dafür zahlen müssen, dass wir einem Billigwettbewerber unsere Infrastruktur günstig zur Verfügung stellen sollen. (...) Auf Dauer würden unsere Unternehmen nur weniger statt mehr investieren.“

          Die 5G-Auktion war am Mittwoch zu Ende gegangen. Die Telekom kaufte dabei Pakete für 2,2 Milliarden Euro, Vodafone für 1,9 Milliarden, Telefonica für 1,4 Milliarden und 1&1 Drillisch für 1,1 Milliarden Euro. Die United-Internet-Tochterfirma war erstmals bei einer solchen Auktion mit dabei. Verbraucherschützer freute das mit Blick auf einen künftig vierten Netzbetreiber und damit möglicherweise mehr Preis-Wettbewerb.

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