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5G auf Mobile World Congress : Das neue globale Billionengeschäft

Eine Billion Dollar in Sicht

Insgesamt verbuchte die Industrie 2018 sogar erstmals in ihrer Geschichte einen Abschwung: Je nach Prognose verkauften die Hersteller auf der ganzen Welt zwischen 4 und 5 Prozent weniger Geräte. Vor allem Apple fiel negativ auf. Doch auch Samsung versucht nun mit vielen verschiedenen Modellen, möglichst viele Preispunkte anzubieten, um seine Kunden zu überzeugen.

Auch der chinesische Konkurrent Huawei hat am Sonntag kurz vor Beginn der offiziellen Messe mit dem „Mate X“ ein faltbares Smartphone vorgestellt, das mit einem 5G-Modul ausgestattet ist. Es sei das schnellste faltbare Smartphone, das auch den neuen Mobilfunkstandard 5G unterstütze, teilte der für das Gerätegeschäft zuständige Manager Richard Yu mit. Das kann man durchaus als Seitenhieb auf Samsung verstehen.

Mit dem Mate X, das sogar noch teurer wird als das Samsung-Gerät, will sich Huawei nicht nur in der Spitzengruppe des Smartphone-Marktes festsetzen, sondern auch in Sachen 5G. Der Chip im Inneren soll doppelt so schnell wie andere Geräte mit dem 5G-Funkstandard laufen – und zehnmal schneller als ein LTE-Smartphone.

Mit seinem nun 8 Zoll großen Bildschirm lässt sich auch noch so greifen.

Eine ähnliche Strategie fährt der chinesische Anbieter Xiaomi: Er hat auf dem MWC ein 5G-Telefon für 599 Euro vorgestellt, auch der Anbieter One Plus dürfte in den kommenden Tagen nachziehen. Noch ist die Begeisterung der Kunden für solche neuen Geräte aber gering: Im Schnitt liegt die zusätzliche Zahlungsbereitschaft für einen 5G-Vertrag in Deutschland bei gerade einmal fünf Euro.

Die Smartphone-Hersteller versuchen, mittels der neuen Smartphones die neue Funktechnik zu verbreiten. Eigentlich ist sie eher für Industrieanwendungen gedacht. Im Internet der Dinge und der Industrie 4.0 liegt, trotz aller Schwierigkeiten im Netzausbau und in der Versteigerung von Funklizenzen hierzulande, die größte Hoffnung der Mobilfunkausrüster. Huawei steht unter Druck, seit aus Amerika massive Zweifel an der Sicherheit der Produkte geäußert werden. Während der chinesische Anbieter in den Vereinigten Staaten beim Ausbau von 5G schon nicht mehr berücksichtigt wird, sind die Telekommunikationsunternehmen wie Vodafone in Europa zumindest vorsichtig.

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In Barcelona führt Huawei daher auch seine Transparenzoffensive fort – früher waren die Chinesen sehr verschlossen.

Zu den größten Profiteuren auf dem diesjährigen MWC könnte durch den Streit um Huawei dadurch der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia gehören. Die Finnen konzentrieren sich heute fast ausschließlich auf ihr Netzwerkgeschäft – und gehören damit zu den größten Konkurrenten von Huawei. Kein Wunder also, dass Nokia-Chef Rajeev Suri in einer der ersten MWC-Pressekonferenzen am Sonntagnachmittag das Thema Sicherheit sehr hoch hängt. Nokia mache hier keine Kompromisse, sagt er.

Während noch immer viele skeptische Stimmen rund um den neuen Mobilfunkstandard zu vernehmen sind, lässt Suri keinen Zweifel daran, dass er 5G für den wirtschaftlichen Aufschwungfaktor der kommenden zehn Jahre hält. Für die Mobilfunkbetreiber gehe es um ein langfristiges Geschäft im Volumen von bis zu einer Billion Dollar. 5G entwickele ein Produktivitätswachstum wie nie zuvor.

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