https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/dieselskandal-ermittlungen-gegen-continental-mitarbeiter-17660428.html

Dieselskandal : Continental-Mitarbeiter im Visier

  • Aktualisiert am

Continental hat Anfang 2020 erklärt, keine Software zur Manipulation von Abgaswerten geliefert zu haben Bild: Reuters

Gegen Continental besteht Verdacht wegen Verwicklungen in die Manipulation von Dieselmotoren. Bereits zwei Staatsanwaltschaften ermitteln.

          1 Min.

          Continental steht wegen möglicher Verwicklungen in die Manipulation von Dieselmotoren im Visier von zwei Staatsanwaltschaften. Die Strafverfolgungsbehörde in Frankfurt bestätigte am Dienstag, dass sie wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug durch Unterlassen gegen zwei ehemalige Mitarbeiter des Zulieferers aus Hannover ermittele. „Ein Tochterunternehmen der Continental AG soll ECU, deren Software mit unzulässigen Abschalteinrichtungen versehen war, an den PSA-Konzern geliefert haben“, erklärte eine Sprecherin der Behörde. Darüber hatte zuvor die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Die Bauteile zur Steuerung des Motors sollen unter anderem in SUV-Modellen von Mitsubishi zum Einsatz gekommen sein. Unabhängig davon hatte die Staatsanwaltschaft Hannover jüngst ihre Ermittlungen im VW-Dieselskandal auf ehemalige Topmanager von Continental ausgeweitet.

          In dem Frankfurter Fall geht es um den unter Verdacht der Abgasmanipulation geratenen japanischen Autobauer Mitsubishi, der Motoren von dem damaligen PSA-Konzern (heute Stellantis) bezogen hatte. Die beiden Beschuldigten aus dem Bereich Recht und Compliance von Conti sollen seit 2015 von dem Sachverhalt Kenntnis gehabt haben. Beide sollen nichts unternommen haben, um die Belieferung abzustellen, obgleich dies zu ihren Aufgaben gehört haben soll, erklärte die Ermittlungsbehörde weiter.

          PSA hatte vor gut einem Jahr bestätigt, zwischen 2015 und 2018 1,6-Liter-Dieselmotoren an Mitsubishi geliefert zu haben. Die elektronische Motorsteuerung (ECU) bezogen die Franzosen von Continental. Der Dax-Konzern aus Hannover lehnte mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen eine Stellungnahme ab. Continental hatte Anfang 2020 erklärt, keine Software zur Manipulation von Abgaswerten geliefert zu haben. Bei einer bundesweiten Razzia bei Mitsubishi hatten zuvor auch mehrere Standorte von Conti Besuch von Fahndern bekommen. Die Ermittlungen gegen Mitsubishi seien gegen die Zahlung von 25 Millionen Euro eingestellt worden, bestätigte die Sprecherin der Frankfurter Ermittlungsbehörde. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ soll es sich bei den beiden in Frankfurt unter Verdacht stehenden Conti-Mitarbeitern um jene Personen handeln, gegen die auch die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erdbeben in der Türkei : „Wir hören Stimmen“

          Während den Rettern die Zeit davonläuft, beginnt der Kampf um die Deutung des Umgangs mit der Katastrophe. An vielen Orten ist noch keine Hilfe angekommen. Die türkische Regierung reagiert dünnhäutig und schränkt Twitter ein.

          Präsident auf Reisen : Selenskyj trifft Macron und Scholz in Paris

          Bei seiner Rede in London bedankte sich Selenskyj zuvor für die Unterstützung der Briten. Vor dem Treffen mit König Charles III. erinnert er an dessen Vergangenheit als Kampfpilot. Am Abend wird Selenskyj dann im Elysée erwartet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.