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Dieselbetrug : Staatsanwaltschaft klagt weitere Mitarbeiter von Volkswagen an

  • Aktualisiert am

Neue Anklage gegen VW-Mitarbeiter: Der Braunschweiger Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe, hier auf einem Pressetermin im Herbst 2019. Bild: dpa

Eine Woche vor dem Auftakt im Audi-Prozess legen die Strafverfolger aus Braunschweig nach. Abermals sollen sich mehrere VW-Mitarbeiter im Dieselskandal vor Gericht verantworten. Bei den Beschuldigten soll es sich um Führungskräfte handeln.

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          Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hat in der Aufarbeitung des Dieselskandals weitere Mitarbeiter von Volkswagen angeklagt. Es geht dabei um acht Beschäftigte, unter ihnen auch Führungskräfte, wie die Ermittler am Mittwoch mitteilten. Namen nannten die Strafverfolger dabei nicht.

          Den Beschuldigten wird vorgeworfen, „in ihrer jeweiligen verantwortlichen Position“ zwischen November 2006 und September 2015 den Einbau der Manipulations-Software bei der Abgasreinigung von VW-Dieselfahrzeugen „gefördert, unterstützt oder zumindest trotz Kenntnis der Illegalität nicht unterbunden“ zu haben. Wie in einer früheren Anklage im sogenannten „Nox-Verfahren“ geht es um mutmaßlichen Betrug, Falschbeurkundung und Wettbewerbsverstöße sowie teilweise um Untreue und Steuerhinterziehung. Nun muss abermals eine Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Braunschweig über die Zulassung der Anklage entscheiden. 

          Im vergangenen Jahr hatte die Strafverfolger weitere, früherer Spitzenmanager von Volkswagen im Zusammenhang mit der Dieselaffäre angeklagt. Die gesamten Ermittlungen beziehen sich inzwischen auf mehrere Dutzend Personen. Auch der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn ist darunter. In seinem Fall ließ das Landgericht Braunschweig die Anklage inzwischen zu – der einstiege Konzernchef muss sich damit vermutlich im kommenden Jahr einem Strafprozess in Braunschweig stellen.

          In der kommenden Woche beginnt in München der hierzulande erste Strafprozess um Abgasmanipulationen. Dort müssen der frühere Audi-Chef Ruper Stadler, der einstige Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz und zwei Ingenieuren vor Gericht verantworten. Stadler musste mehrere Monate in Untersuchungshaft verbringen, Hatz weist die Vorwürfe der Ankläger gegen sich zurück. Auch geht es um Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung. Die Strafkammer in München plant mit einer langen Beweisaufnahme. Es sind Verhandlungstermine bis zum Jahresende 2022 terminiert.

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