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Dieselaffäre : Die Luft wird dünner

  • -Aktualisiert am

Immer wieder kommen neue Dokumente ans Licht, die darauf deuten, dass die alte Führungsriege von Volkswagen von der Manipulation ihrer Dieselautos wusste. Es muss nun alles auf den Tisch.

          Immer wieder kommen neue Dokumente ans Licht, die darauf deuten, dass die alte Führungsriege von Volkswagen um Konzernchef Martin Winterkorn möglicherweise mehr und früher von der Abgasmanipulation ihrer Dieselautos wusste. Jetzt soll Winterkorn sogar daran mitgewirkt haben, die Betrügereien zu vertuschen. VW schweigt zu den Vorwürfen. Das Unternehmen kann sich dazu nicht äußern, solange die unabhängigen Ermittler der amerikanischen Anwaltskanzlei Jones Day ihre Ergebnisse nicht vorgelegt haben.

          Es geht um viel Geld. Die Anwälte der Investoren, die gegen VW klagen, erhöhen seit einiger Zeit spürbar den Druck. Der VW-Aufsichtsrat hat Ende 2015 versprochen, den Skandal rückhaltlos aufzuklären und Ross und Reiter zu nennen. Doch noch ist alles, was über Winterkorn und Co. geschrieben wird, notgedrungen Spekulation. Allerdings wird mit jeder Veröffentlichung die Luft dünner. Ein Blick auf die Geschichte anderer Skandale zeigt, dass das Unternehmen Vertrauen nur auf einem Weg zurückgewinnen kann: durch rückhaltlose öffentliche Aufklärung. Knapp drei Monate Zeit bleiben VW dafür noch. Dann muss – wie versprochen – endlich alles auf den Tisch.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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