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Diesel-Skandal vor Gericht : VW stellt sich hinter Vorstandschef Diess

VW-Chef Herbert Diess (r) und Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des VW-Aufsichtsrats, im April 2018 in Wolfsburg Bild: Picture-Alliance

Für die Führungsspitze von Volkswagen wird es ernst – sie muss sich auf einen Strafprozess einstellen.

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          Die Reaktion aus Wolfsburg kam prompt: Nur wenige Stunden nachdem die Staatsanwaltschaft Braunschweig mitgeteilt hatte, dass sie Anklage gegen den derzeitigen Volkswagen-Chef Herbert Diess, den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch und den einstigen Spitzenmanager Martin Winterkorn wegen Marktmanipulation erhebt, stellte sich der Konzern demonstrativ hinter die drei Angeschuldigten. Auf Basis eigener Untersuchungen, die VW vom Jahr 2015 an durchgeführt habe, könne das Unternehmen „auch aus heutiger Sicht weiterhin keine vorsätzlich unterlassene Information des Kapitalmarkts erkennen“, teilte das Präsidium des Aufsichtsrats mit. Die Anklage ändere daran nichts. Diess sowie Pötsch sollten im Amt bleiben.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Martin Gropp
          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, sie sehe genug Anhaltspunkte dafür, dass die drei Manager die Finanzmärkte vor vier Jahren nicht früh genug über mögliche finanzielle Folgen des Diesel-Skandals informiert hätten. Dieser war im September 2015 bekanntgeworden. In der Folge war der Aktienkurs von VW stark gefallen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig liefen parallel zum Betrugsverfahren, in dem die Behörde im Frühjahr Anklage gegen Winterkorn und vier weitere Angeschuldigte erhoben hatte. In dem Verfahren wegen Marktmanipulation muss das Landgericht Braunschweig nun entscheiden, ob es die Anklage zum Hauptverfahren zulässt.

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