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VW-Abgasskandal : Wurde Winterkorn doch schon 2014 informiert?

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Martin Winterkorn Bild: dpa

Als im vergangenen Herbst der Volkswagen-Abgasskandal ans Licht kam, hieß es, die VW-Spitze habe gerade erst davon erfahren. Die Zweifel daran wachsen.

          Der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn soll schon im Mai 2014 gewusst haben, dass amerikanische Umweltbehörden wegen überhöhter Abgaswerte ermitteln und nach Betrugssoftware suchen könnten. Ein Mitarbeiter habe Winterkorn schriftlich informiert, berichtet die Bild am Sonntag und beruft sich dabei auf interne Firmendokumente.

          Bislang wurde vom damaligen Top-Management immer beteuert, man habe erst kurz vorher von den Manipulationen erfahren. Erst im September 2015 wurde der Fall in der Öffentlichkeit bekannt. Zunächst informierte am 18. September die amerikanische Umweltbehörde über Ermittlungen gegen Volkswagen, am 22. September schließlich informierte Volkswagen in einer Ad-hoc-Mitteilung für die Börse über „Unregelmäßigkeiten einer verwendeten Software bei Dieselmotoren“, woraufhin der Aktienkurs von Volkswagen einbrach. Wenige Tage später trat Winterkorn zurück mit den Worten, er sei bestürzt, was in den „vergangenen Tagen geschehen ist“. Das Präsidium des VW-Aufsichtsrats betonte damals in einer Pressekonferenz ausdrücklich, Winterkorn habe keine Kenntnis über die Manipulationen gehabt.

          Zweifel an der Darstellung gibt es schon länger. Bereits im Herbst vergangenen Jahres berichtete das „Manager-Magazin“ unter Berufung auf ein Sitzungsprotokoll, dass sich der Vorstand der Kernmarke VW schon im Frühjahr 2014 mit dem Thema befasst hätte. VW dementierte den Bericht allerdings. „Eine solche Protokollnotiz existiert nicht“, sagte damals ein Sprecher. Unklar blieb, wann und wie Martin Winterkorn von den Manipulationen erfahren hat.

          Laut dem neuen Bericht der Bild am Sonntag wurde Winterkorn in der Notiz vom Mai 2014 darüber informiert, dass bei Messungen in Amerika die zulässige Stickstoffwerte (NOx) um das bis zu 35-Fache überschritten wurden und VW „keine fundierte Erklärung“ für diese drastische Abweichung geben könne. Es sei zu vermuten, dass die Behörden nun untersuchen würden, „ob Volkswagen eine Testerkennung in die Motorsteuergeräte-Software implementiert hat (sogenannte Defeat Device)“. Zudem habe Volkswagen Risiken und Chancen des Abgasbetrugs kühl kalkuliert, heißt es in dem Zeitungsbericht.

          Volkswagen will sich derzeit nicht zu dem Bericht äußern: „Wir kommentieren den gesamten Vorgang nicht“, sagte ein Unternehmenssprecher am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur: Er verwies auf laufende Untersuchungen. VW hat die amerikanische Anwaltskanzlei Jones Day mit internen Ermittlungen beauftragt. Ergebnisse sollen im April bekanntgegeben werden.

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