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VW-Abgasskandal : Piëch belastet offenbar auch VW-Aufsichtsräte

  • Aktualisiert am

Ein Bild aus besseren Zeiten: Piëch und Betriebsratschef Osterloh 2009 bei der Präsentation des neuen VW-Polo Bild: dpa

Ferdinand Piëch belastet offenbar nicht nur den ehemaligen Volkswagen-Chef Winterkorn. Auch vier Aufsichtsräte sollen früher von den Manipulationen gewusst haben – unter anderem Niedersachsens Ministerpräsident.

          Im VW-Abgasskandal hat der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch einem Bericht zufolge mehrere Aufsichtsräte des Konzerns schwer belastet - darunter auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Die Bild und Spiegel Online berichteten am Mittwoch, Piëch habe gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, Weil, VW-Betriebsrat Bernd Osterloh, Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber und Wolfgang Porsche hätten bereits Anfang März 2015 von Hinweisen auf Abgasmanipulationen in Amerika erfahren.

          Kürzlich hatte der „Spiegel“ bereits berichtet, Piëch habe Ex-Konzernchef Martin Winterkorn gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig belastet. Piëch gab demnach an, Ende Februar 2015 von einem Informanten den Hinweis erhalten zu haben, dass der Autobauer Abgaswerte manipuliere und deswegen ein großes Problem in Amerika habe. Damit habe er Winterkorn konfrontiert und später auch die vier Präsidiumsmitglieder des Kontrollgremiums Weil, Osterloh, Huber und Porsche darüber in Kenntnis gesetzt.

          In einer Mitteilung des Konzerns hieß es am Mittwochabend: „Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG weist die von Ferdinand Piëch laut Medienberichten erhobenen Behauptungen mit allem Nachdruck als falsch zurück.“ Sämtliche betroffene Mitglieder des Aufsichtsratspräsidiums hätten unabhängig voneinander alle Behauptungen von Ferdinand Piëch klar und nachdrücklich als falsch zurückgewiesen.

          Auch Niedersachsens Ministerpräsident Weil erklärte gegenüber dem „Spiegel“, ihm seien die Vorwürfe seit einigen Monaten bekannt. Sie seien als unglaubwürdig bewertet worden. Er habe erst am 19. September 2015 von den Manipulationen erfahren. Jede anderslautende Darstellung sei „schlichtweg falsch“.

          Der frühere IG Metall-Chef Huber und der VW-Betriebsratsvorsitzende Osterloh wiesen die Behauptungen ebenfalls als unwahr zurück. „Hätte uns Dr. Piëch in Kenntnis gesetzt, dann hätten wir das Unternehmen und die Belegschaften vielleicht vor großem Schaden bewahren können. Jetzt erwarten wir, dass der Vorstand umgehend prüft, ob er gegen Piëch vorgehen muss.“

          Nach dem Manipulationsskandal befindet sich VW in der tiefsten Krise des Unternehmens. Öffnen

          In der F.A.S. hatte VW-Aufsichtsrat und IG Metall-Chef, Jörg Hofmann, derweil angekündigt, man wolle auch Ansprüche gegen den ehemaligen Aufsichtsratschef Piech prüfen lassen, da dieser sich mit seiner Aussage vor der Staatsanwaltschaft auch selbst belaste.

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