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Verkehrsclub VCD : Der Diesel darf wieder in den Club der sauberen Autos

  • Aktualisiert am

Autos fahren auf der Straße des 17. Juni. in Berlin. Bild: dpa

Der Diesel leidet unter einem Imageproblem. Ausgerechnet ein ökologisch orientierter Verkehrsclub bricht jetzt eine Lanze für den Selbstzünder – allerdings nur für die neueste Generation.

          An der Sauberkeit modernster Diesel gibt es aus Sicht des ökologisch orientierten Verkehrsclubs Deutschland keinen Zweifel. Diesel-Autos der Schadstoffklasse 6d-TEMP seien durch ihren Katalysator nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße sauber, erklärte der Verein am Donnerstag zur Vorstellung seiner jährlichen Auto-Umweltliste. Diesel-Fahrzeuge hatte der Verein zuletzt unter dem Eindruck des Abgasskandals von seiner Liste genommen.

          Der Verband der Automobilindustrie sieht in der neuen Liste einen „Beitrag zur Versachlichung der Dieseldebatte“. Weil moderne Diesel wenig Sprit verbrauchten, trügen sie dazu bei, den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken. „Für die Mobilität von morgen brauchen wir beides, den Hochlauf der Elektromobilität und hoch effiziente Verbrennungsmotoren“, sagte Präsident Bernhard Mattes.

          Das Problem sei noch nicht gelöst, betonte indes der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen. Diesel der Abgasnorm Euro 6c stießen so viele gesundheitsschädliche Stickoxide aus, dass auch für sie Fahrverbote drohten. Gefahr drohe auch durch Feinst-Rußpartikel. „Der große Skandal ist, dass noch immer solche Dreckschleudern verkauft werden“, sagte Lottsiepen.

          Große E-Autos umweltschädlich

          Für „Schrott“ hält er die Pläne von Autoherstellern, alte Diesel mit Hilfe von Neuwagenrabatten aus dem Verkehr zu ziehen und dann zu verschrotten. „Lieber eine echte Entschädigung“, forderte der VCD.

          Immer besser werde unterdessen die Öko-Bilanz von Elektroautos – denn der Anteil erneuerbarer Energie im Strommix steige. Es seien noch zu wenige Modelle im Angebot und die Lieferzeiten von bis zu einem Jahr zu lang. Neue kleine, leichte und kostengünstige Modelle machten aber Hoffnung. Für umweltschädlich hält der Verein wegen der notwendigen großen Batterien jedoch große Limousinen und Sport-Geländewagen mit Elektro- oder Hybrid-Antrieb.

          Bei seiner Umweltliste mit 61 Fahrzeugen richtet sich der VCD nach dem Kohlendioxid-Ausstoß, dem Lärm und Spritverbrauch. Aufgenommen wurden Autos, die nach dem neuen Prüfverfahren WLTP höchstens 135 Gramm des klimaschädlichen Gases ausstoßen. Weil laut VCD viele Hersteller noch keine WLTP-Angaben machen konnten, gibt es anders als üblich in diesem Jahr aber keine Rangliste.

          Keine Autos aus der Mottenkiste andrehen lassen

          Auf der Liste stehen 21 Benziner, acht Benzin-Hybride, sieben reine E-Autos, zwei Plugin-Hybride sowie ein Erdgasauto. Bei den Elektroautos nahm der VCD nur solche auf, die derzeit eine Lieferzeit von unter sieben Monaten haben. Im Gegensatz zur Liste des vergangenen Jahres nahm der VCD auch 22 Dieselmodelle auf – aber nur solche, die die Abgasnorm Euro-6d-TEMP erfüllen und ihre Abgase mit einem SCR-Katalysator reinigen. 

           Zu den empfehlenswerten Wagen zählt der VCD unter anderem den Toyota Prius Hybrid, der sich als „Familienauto und Taxi bewährt“ habe. Auch Benzin-Direkteinspritzer mit Partikelfilter wie der Ford Focus EcoBoost und das kleine Erdgasauto eco up! von Volkswagen werden empfohlen. Der VCD warnte hingegen vor dem Kauf neuer Dieselautos der Euro-6c-Norm und von Benzin-Direkteinspritzern ohne Partikelfilter. 

          Die vorliegenden Daten zeigten auch, dass nach WLTP-Messung die Motoren 20 Prozent mehr Sprit schluckten als nach dem bisherigen Verfahren NEFZ. Lottsiepen warnte: „Autokäufer müssen sich genau umsehen und dürfen sich keine Autos aus der Mottenkiste andrehen lassen.“

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