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Scheuer zu Elektrobussen : „Ich will doch kein Förderprogramm für die asiatische Wirtschaft“

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Andreas Scheuer Bild: EPA

Die Kommunen wollen deutlich mehr Elektrobusse anschaffen, als eigentlich Fördermittel dafür vorgesehen sind. Das Umweltministerium zeigt sich offen für eine Ausweitung – doch einer soll sich dagegen sperren.

          Deutsche Städte haben ein massives Problem mit Schadstoffen. Um die Luftqualität zu verbessern und drohende Fahrverbote zu vermeiden, hat die Bundesregierung auf dem Dieselgipfel vor einem Jahr unbürokratische Hilfe versprochen. Mittels „Sofortprogramm Saubere Luft“ stellt sie den Kommunen bis 2020 insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung. Unter anderem sollen Radwege ausgebaut und städtische Dieselbusse nachgerüstet werden.

          Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität ist in den Kommunen offenbar besonders beliebt: die Anschaffung von Elektrobussen. Dafür stehen innerhalb des Programms 92 Millionen Euro für 250 Fahrzeuge zur Verfügung. Wie der „Spiegel“ berichtet, wünschen sich die Kommunen allerdings insgesamt 400 Millionen Euro für die Anschaffung. Was also tun?

          Laut Bericht befürwortet das Bundesumweltministerium unter Führung von Svenja Schulze (SPD) eine Ausweitung der Fördermittel. Das Verkehrsministerium hingegen ist skeptisch – und zwar aus einem simplen Grund: Deutsche Hersteller können offenbar in diesem Jahr noch keine passenden Modelle anbieten. Minister Andreas Scheuer (CSU) befürchtet offenbar, dass teure Elektrobusse etwa von chinesischen Herstellern angeschafft werden. „Ich will hier doch kein Förderprogramm für den asiatischen Wirtschaftsraum auflegen“, zitiert der „Spiegel“ Scheuer.

          Elektrobusse kosten etwa 2,5 Mal so viel wie herkömmlich angetriebene Busse für den Stadtverkehr. Verkehrsbetriebe können sich beim Kauf von sechs oder mehr Elektrobussen bis zu 80 Prozent der Mehrkosten vom Staat bezahlen lassen. Derzeit sind etwa 35.000 Linienbusse auf deutschen Straßen unterwegs, davon aber nur wenige Elektrobusse. Das Beratungsunternehmen PWC schätzt, dass in Deutschland 171 rein elektrisch betriebene Busse unterwegs sind, davon 71 Busse mit Oberleitungen.

          Zuletzt hatte Daimler in Mainz seinen ersten batterieelektrischen Bus vorgestellt. Der E-Citaro von Mercedes bringt es zunächst auf eine Reichweite von 150 Kilometern. Damit ließe sich der Bus für etwa 30 Prozent aller Einsätze im öffentlichen Nahverkehr nutzen. Unter optimalen Bedingungen sei eine Reichweite von 250 Kilometern möglich.

          Nach Einschätzung von Daimler werden bis 2025 etwa ein Drittel aller in Europa gekauften Stadtbusse einen Elektroantrieb haben, bis 2030 etwa 70 Prozent. Die beiden Städte Hamburg und Berlin hätten schon 35 Busse geordert. Daimler will allerdings erst in den kommenden Monaten mit der Produktion der Großserie in Mannheim starten.

          Während dieses Testes in Spanien war der E-Citaro schon auf der Straße unterwegs. Ende des Jahres soll die Serienproduktion starten.

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