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Kommentar : Der alte Geist der VW-Überheblichkeit

Der Konzern übernimmt freiwillig die Garantie für Reparaturen wegen des Abgasskandals. Aber statt Selbstverständlichkeiten anzubieten, sollte der Konzern lieber um Entschuldigung bitten.

          Ein Erfolg ist es wahrlich nicht, was EU-Verbraucherkommissarin Jourova als Ergebnis ihrer Gespräche mit Volkswagen berichtet. Das Unternehmen übernimmt freiwillig eine Garantie für zwei Jahre auf Bauteile, die im Abgasskandal für die Reparatur der manipulierten Dieselmotoren notwendig sind. Eine „vertrauensbildende Maßnahme“ nennt VW das.

          Es ist ein erstaunlicher Weg der Vertrauensbildung, wenn der Konzern, der weltweit die Abgaswerte von Dieselmotoren manipuliert und damit seine Kunden betrogen hat, nun verspricht, nach individueller Prüfung bei Problemen der Umrüstung die Kosten derselben zu tragen. Sind die Manager in Wolfsburg bislang davon ausgegangen, dass die betrogenen Kunden am Ende auch noch die Zeche selbst zahlen, wenn es mit der Umrüstung nicht ganz so glatt geht wie versprochen?

          In fast jeder Rede betont die VW-Spitze, wie wichtig es sei, Vertrauen zurückzugewinnen. In der Praxis drängt sich eher der Eindruck auf, mit der Rückkehr zu höheren Gewinnen, wehe in Wolfsburg schon wieder der alte Geist der Überheblichkeit. Sicher, auf Entschädigungen wie in Amerika gibt es in Europa keinen Anspruch. Die Rechtslage ist anders. Doch statt Selbstverständlichkeiten anzubieten, wäre eine richtige Geste der Entschuldigung angemessen: Wie wäre es mit einer freien Inspektion? Oder sogar zweien?

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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